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Die Winterpause ist vorbei! Mit der U19 beim Mister Lady Junior Cup



2. Tag des Turniers

Um 15.30 Uhr ging es also, nach der Arbeit und einem kurzen Spaziergang mit meinem Hund durch die Ballenhäuser Winterland schafft, auf nach Göttingen. Heute sollten auch endlich die Knappen ins Turnier eingreifen. Zwar fehlen mit Stevanovic, Wiegel und Marvin Pachan gleich drei Leistungsträger unserer U19, aber gegen den Bezirksoberligist Göttingen 05 und den Kreisligisten SVG sollte man sich eigentlich trotzdem durchsetzen können.
Die Fahrt in Richtung Lokhalle verlief gewohnt ereignislos und auf einem der wenigen Parkplätze, wo man umsonst parken kann, war auch noch ein Plätzchen frei. Nachdem ich mich im Bahnhof noch mit einer Tüte Fish&Chips gestärkt hatte, ging es dann auch in Richtung Lokhalle.
 
Als ich die Tribüne betrat, wurde das erste Spiel gerade abgepfiffen.
6:0 gewann der Bovender SV das Duell der Kreisligisten gegen den TSV Seulingen .

Um 16.15 Uhr begann dann sofort das nächste Spiel: JSG Hebenshausen/Werra FC Weser
was in den ersten Minuten sofort auffiel war die kleinliche Regelauslegung des Schiedsrichters. Am 1. Tag des Tuniers hatte es keinerlei Zeitstrafen gegeben, man musste allerdings wahrlich kein Prophet sein um zu wissen, dass sich dies am heutigen Tage ändern sollte. Der FC Weser ging mit 1-0 in Führung, was von den mitgereisten Fans mit sehr viel Jubel gewürdigt wurde. Das darauffolgende 2-0 war keine Überraschung, da die JSG körperlich deutlich unterlegen war. Zwar verkürzte die JSG noch auf 1 : 2, an der Niederlage ändern konnte dies jedoch nichts.

Während des nächsten Spiels, setzten sich auf einmal gelb gekleidete Gestalten mit weinroten Hosen neben mich. Als ich sie genauer musterte, musste ich feststellen, dass es der Feind ist: die U 19 der Zecken. Ich wusste es, dass ich es nochmal bereuen sollte meinen Pulli nicht sofort ausgezogen zu haben: und genau dies war der Moment. Aber ich war ja anderweitig gewappnet: Auswärtssieg von Matthias Berghöfer sollte die Waffe heißen. Da ich das Buch mit der Post zugeschickt bekam und zu Hause noch nicht dazu gekommen war es zu lesen, hatte ich es mit in die Lokhalle genommen. Kaum hatte ich das Buch in meiner Hand und eine der Zecken den Titel gelesen, setzten sie sich drei Reihen höher.
Das Spiel verlief unterdes auf vollen Touren. Die in blau spielenden Seulinger waren durch ein Tor von Habenicht sehr früh in Führung gegangen, konnten dann ihre Führung nicht ausbauen, da der Torhüter der Groner einen Strafstoß parierte. Im Gegenzug glich Grone aus. Hiervon ließen sich die Blauen aber nicht abschrecken. Maximilian Stange schoss die Tore zum 2-1 und 3-1. Hiernach wurde das Spiel etwas ruppiger und es wurde Zeit für die erste Zeitstrafe. Grone spielte von dem Moment an zu viert. Dies konnten die Seulinger nutzen und erhöhten auf  4 : 1
Das nächste Spiel lief dann wie erwartet: Der Landesligist SCW Göttingen I besiegte den Kreisligisten SVG Göttingen 4 : 0. Besonders erwähnenswert an diesem Spiel ist hier eigentlich nur der schöne Hackentrick von Tobias Zak zum 3-0, der von dem Hallensprecher, mit dem tierisch kreativen Spruch: „Ja Zak, der Tobi Zak ist auch Zack“ kommentiert wurde. Zum Ende hin stellte die SVG ihre Abwehrarbeit fast komplett ein und Benjamin Wendt konnte unbedrängt zum 4-0 erhöhen.
17:00 war es inzwischen geworden und die JSG Hebenshausen/Werra und die JSG Nörten lieferten sich ein ausgeglichenes Duell. Es gab gute Chancen auf beiden Seiten und das 1-0 für Hebenshausen nach zweieinhalb Minuten, war nur der Beginn einer interessanten Phase in der Partie. Eine Minute später schepperte es schon im Kasten auf der anderen Seite. In den nächsten Minuten flachte das Spiel immer mehr ab und es war eine große Überraschung, dass 44 Sekunden vor Schluss David Labes die Hebenshäuser noch in Führung schoss. Ergebnis also 2 : 1.
Beim Spiel um 17:15 fing ich schon an aufgeregter zu werden. Hier spielten zwei Teams aus der Gruppe von Schalke. Vor dem Spiel kam es auch zu einem Schiedsrichterwechsel. Der Kick auf dem Kunstrasen ist allerdings mehr als lau. Es wird viel geklammert, gehalten und gefoult. Ein Spielfluss will auf beiden Seiten nicht so richtig entstehen. Der Stadionsprecher ist so gelangweilt, dass er zwischenzeitlich das Allee-Lied einspielt um die Spieler mürbe zumachen. Fünf Minuten vor Schluss gelingt es der Nr. 6 von Red Bull Salzburg dann aber doch den Ball im Kasten des Gegners unterzubringen und es steht 1-0 für den Favoriten in diesem Spiel. In der letzten Spielminute können die Österreicher dann sogar noch durch ein Tor von Rene Zia, dem österreichischen U18 Nationalspieler auf 2-0 erhöhen.
Im Spiel danach griff dann die Truppe aus der Nähe von Lüdenscheid in das Turniergeschehen ein. Als Tabellenführer der A Junioren Bundesliga West sind die Kartoffelkäfer hier angereist und so treten sie auch auf. Sie sind den Nörtenern in allen Belangen weit überlegen. Aber was soll man auch gegen einen Kreisligisten anderes erwarten? Oder wie das kleine Mädchen zwei Reihen hinter mir zu ihrem Papa sagt: „Wahrscheinlich haben die auch lange geübt“. Der Torwart der JSG ist eine einzige Katastrophe: dick und unbeweglich. Vor dem 3-0 patzt er gewaltig und auch bei dem Eigentor 17 Sekunden vor Schluss sieht er sehr unglücklich aus. Das Spiel endet 10-0 für unseren Nachbarn aus der Nähe von Lüdenscheid. Eins muss man den Kartoffelkäfern ja lassen: Fußballspielen gegen Kreisligisten können sie.

 In der Pause machen mein Kumpel und ich uns erstmal in Richtung Bahnhof auf um ein bisschen was zu Essen bzw. in meinem Fall eine Cola zu trinken, die keine 2,50€ kostet, wie jene in der Halle. Die Preise für Essen nehmen sich in der Lokhalle jedenfalls nichts mit jenen in der Arena. Das 8-0 des SC Freiburg über die Truppe aus meinem Nachbarort verpasse ich so. Aber vielleicht ist das ja auch besser.



Die Spieler des FC Basel kämpfen um jeden Ball

 

Um 18:15 spielt JFC Roswitha-Stadt gegen den FC Basel, dem Verein in dem Ivan Rakitic gekickt hat, bevor er zu uns wechselte. Die Roswitha-Städter scheinen ein großes Selbstbewusstsein zu haben, sie sind mit der B-Jugend angereist. Dass sich dies irgendwann rächen sollte, ist klar. Auch wenn die Baseler zu Beginn lustlos wirken, geling ihnen nach vier Minuten das Führungstor. Nur zwei Minuten später verhindert eine Glanzparade des Torwarts des JFC schlimmeres, drei Minuten später, muss er aber trotzdem nach einem Treffer von Stefan Schindelholz hinter sich greifen. Xhaka und Bajic erhöhen in den letzten drei Minuten dann noch auf  0 : 4. Dennoch lassen sich die Spieler des JFC von den mitgereisten Fans weiter feiern.  
Das nächste Spiel ist dann deutlich ausglichener. Der Kreisligist Bovender SV verkauft sich vor heimischem Publikum gar nicht mal schlecht. In der Abwehr stehen sie sehr geordnet und haben nach zweieinhalb Minuten das Glück des tüchtigen als der Ball nach einem Schuss durch die Beine des Torwart nicht den Weg über die Torlinie findet. Nach viereinhalb Minuten steht es dann allerdings 1-0 und eine Minute später köpft der Bremer Nicolaj Straeter den Ball ins Eck. Fünf Minuten vor Schluss gelingt den Bovendern der Anschlusstreffer zum 2-1. Torschütze ist die Nr. 10 Torben Benseler, der den Ball Volley ins Tor der Bremer zimmert. In der Folge erhöht Bremen auf 4-1. Benseler gelingt  30 Sekunden vor Schluss noch der Anschlusstreffer zum Endstand von 4-2 für Werder.
Danach muss ich dann wieder die Kartoffelkäfer spielen sehen. Na ja, wenigstens spielen sie in weinroten Trikots, da ist die Augenkrebsgefahr nicht ganz so hoch. Auf den Plätzen hinter mir singt jemand Lobeshymnen auf die Spielweise der Kartoffelkäfer, die zugegebenermaßen wirklich gut ist, anhören möchte ich mir das aber trotzdem nicht. Nach dreißig Sekunden liegen unsere schwach-gelben Nachbarn auch schon mit 1-0 in Führung. Lange Zeit kann Roswitha-Stadt dieses Ergebnis halten, Sechs Minuten vor Schluss beginnt dann aber der Torreigen der Zecken, wobei sich die Roswitha-Städter noch eine zwei Minuten Zeitstrafe einhandeln. Blacha bleibt nach seinem zweiten Tor verletzt liegen und muss ausgewechselt werden. Endergebnis ist 7-0. Wie dämlich die Fans der Zecken sind, offenbart sich mehr als deutlich auf der Tribüne als ein fünfjähriges Kind mit Kuranyi-Trikot von einigen Zecken angepöbelt wird. Auf den Spruch: „Du willst dich also mal mit jemandem mit deiner Reife duellieren.“, kann die Zecke aber nichts mehr antworten und hört mit dem Gepöbel auf.
Das nächste Spiel ist Red Bull Salzburg gegen SCW Göttingen I.Schalkes Gruppe und noch 90 Minuten bis Schalke in das Geschehen eingreift. Das Spiel ist zu Beginn sehr ausgeglichen. Nach drei Minuten geht SCW in Führung. Torschütze ist Benjamin Wendt. Vierzig Sekunden später zappelt der Ball im Tornetz auf der anderen Seite. Torschütze ist wieder Rene Zia. In der Folge geht Salzburg durch Tore von Peszmeg, Langhofer und einem Eigentor mit 4-1 in Führung. Den Anschlusstreffer kann Benjamin Wendt noch für sich verbuchen, mehr war aber nicht möglich.

Nach dem 6-0 Sieg des FC Basel über die JSG Nörten ging es dann noch einmal in Richtung Bahnhof: nocheinmal  etwas trinken. Bis 19.45 Uhr ist ja schließlich Pause. Im Herausgehen fiel mir dann auch ein bekanntes Gesicht auf, einer meiner Mitfahrer nach Cottbus stand mit Nordkurven Schal vor der Halle und grüßte kurz als ich die Hand hob. So sieht man sich also mal wieder.
Nach der Pause, um19:45 hatten dann unsere Nachbarn wieder einen Auftritt. Eine weitere regionale Kreisligamannschaft wartet auf ihre Demütigung. Nach zwei Minuten steht es 1-0 für die Zecken, obwohl die FC’ler tief in der eigenen Hälfte stehen. Die weiteren Treffer der B-Russen erzielen Evers, 2x Drobe, 2x Blacha, Sobich, 2x Stiepemann, Senci und ein Spieler des FC. Immerhin schaffte es der FC Weser ein Tor zu erzielen.

Um 20.00 Uhr kommt es dann zu einem ersten Duell zwischen zwei überregionalen Teams. SV Werder Bremen, der Titelverteidiger trifft auf das Team aus dem Breisgau, den SC Freiburg. Das Spiel macht zunächst der SC Freiburg, die Chancenverwertung des SC ist allerdings ziemlich schlecht und die Bremer lauern auf Konter. Nach zwei Minuten ist ein solcher erfolgreich und der Bremer Coil darf das 1-0 für sein Team bejubeln. Zweieinhalb Minuten später steht es 2-0 und drei Minuten vor Schluss erscheint ein 5-0 auf der Anzeigetafel. Auf den Rängen feiern sich derweil die Ultras Bilshausen selber und wedeln mit blau-weißen Luftballons  hin und her. Der Block bebt. Die Breisgauer können in der Folge zwar noch auf 5-2 verkürzen. Kurz vor Schluss verwandelt die Bremer Nr. 10 Zengin den Strafstoß nach einem Foul an Madjid Albry zum 6-2.

Als nächstes folgt das von der Stimmung her beste Spiel des Abends. Die Ultras Bilshausen singen und unterstützen ihre Mannschaft. Nach zwei Minuten geht der HSV dennoch 1-0 in Führung. Der Ausgleich folgt 56 Sekunden später und wird laut bejubelt. Es ist eine intensiv geführte Partie. Von den Ereignissen auf dem Rasen lenkt ein Handgemenge im Ultra Block allerdings ab. Der Sicherheitsdienst stürmt nach oben und nimmt zwei Leute mit, derweil hat Bilshausen die Chance 2-1 in Führung zu gehen, kassiert im Gegenzug aber das 1-2. Dreieinhalb Minuten vor Schluss erhöht Kristian Böhnlein mit seinem zweiten Tor in diesem Spiel zum 3-1 für den HSV. Moralischer Sieger in diesem Spiel ist allerdings der Bezirksoberligist.  
Nun fing mein Herz wie wild zu klopfen an, die Winterpause ist unterbrochen, mein Puls bei 180. Schalke spielt! Nach zwei Minuten schießt uns Julian Jakobs in Führung. 40 Sekunden später hätte es auch 2-0 stehen können, der Ball schlägt allerdings 10 cm neben dem Pfosten ein. Dreißig Sekunden später steht es 2-0. Torschütze ist Emir Ferati. In der Folge tun sich die Knappen allerdings schwer. Irgendwie merkt man doch, dass neben den drei Spielern, die mit dem Profis im Trainingslager sind, noch vier weitere Spieler verletzt fehlen. Es will kein richtiger Spielfluss aufkommen. Fehlpässe im Mittelfeld sind nicht selten. Nach sechs Minuten erlöst mich Timo Bauer aber mit seinem Treffer zum 3-0. Zwanzig Sekunden später kracht der Ball dann aber schon an das Gehäuse auf der anderen Seite, Pfosten! 40 Sekunden später erhöht Julian Jakobs auf 4-0. Die restlichen fünf Minuten läuft dann nicht mehr viel zusammen, die Jungs werden kaum gefährlich und wirken wenig bissig, verhindern aber, dass der Gegner irgendwelche zwingenden Aktionen vorweisen kann. Der Endstand ist 4-0 gegen den Kreisligisten SVG.
Im Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem Offenburger FV steht es früh 2-0 für die Eintracht, dennoch ist es alles in allem viel Herumgekicke im Mittelfeld. Das Spiel endet mit einem 5 : 0 Sieg für die SGE. Torschützen sind 2x Aliki, Pokar, Vollhardt und Fiege. Um 21.00 Uhr gucke ich dann mein letztes Spiel an diesem Abend, das mit einem Sieg für den Favoriten FC Kopenhagen endet. 4-0 gewinnt das Team aus Dänemark gegen den TSV Seulingen. Torschützen sind: Erdem, Aqil, Geertsen und Knudstrup.
Optimistisch und tierisch müde ging es dann nach Hause. Beim besten Willen, ich hätte mir selbst wenn es die Pause nicht geben hätte, kein weiteres Spiel angucken können und so saß ich dann glücklich im Auto. Der S04 war mit einem Sieg in das Turnier gestartet und das ist alles was mich interessiert. Das zweite Spiel sollten die Jungs auch ohne mich gewinnen können. Zu Hause hieß es dann die geschossenen Fotos auf den PC zu ziehen.
 21:30 FC Kopenhagen FC Grone 5 : 0
21:45 Hamburger SV PSV Eindhoven 1 : 2
22:15 SC Hainberg Eintracht Frankfurt 2 : 7
22:30 PSV Eindhoven 1.FC Werder Münden 5 : 0
22:45 Offenburger FV SV BW Bilshausen 1 : 1
23:00 SVG Göttingen RSV Göttingen 05 1 : 8
23:15 SV BW Bilshausen SC Hainberg 3 : 0

3. Tag des Turniers
Der nächste Morgen begann dann recht früh. 8.30 Uhr und das gleich mit einer schlechte Laune: Als ich die Zeitung reinholte, musste ich im Sportteil gleich folgende Schlagzeile lesen:
Bundesligist Schalke 04 stolpert über RSV 05

Meine Knappen hatten also 2-1 gegen den Bezirksoberligisten verloren.
Zugegebenermaßen war meine Laune hiernach total im Keller. Auch wenn Stefanovic, Wiegel und Pachan drei Leistungsträger fehlen, so sollte man trotzdem nicht gegen Göttingen 05 verlieren. Auch die vier weiteren Verletzten können nicht der Grund dafür sein. Das Frühstück schmeckte dann auch nur halb so gut. Das Aus in der Vorrunde droht. Das wäre das worst-case Szenario, eine totale Blamage, aber hingefahren bin ich dann trotzdem, viel schlimmer als die 80 Minuten 0-0 gegen Cottbus diese Saison kann das ganze auch nicht sein.
Das Spiel um 10.00 Uhr sehe ich nicht von Anfang an. Die Bremer gewinnen 7-0 gegen den FC Grone.
Das erste Spiel von Anfang an sollte dann also Kopenhagen gegen die Mannschaft aus meinem Nachbarort sein. Das dänische Team ist in allen Belangen überlegen und es dauert keine zwei Minuten bis ein 1-0 steht. Die Ränge füllen sich so langsam, Kinder in Zeckentrikots sitzen neben ihren Freunden in Hoppenheim Trikots, woanders sitzen Schalker, die Fans der Heimmannschaften oder in neutraler Kleidung.  Eineinhalb Minuten nach der Führung erhöht Moren Thomsen,  U17-Nationalspieler, auf 2-0. Die darauf folgende Phase ist ruhiger, der Torwart der Gleichner kann sogar einmal mit einer guten Parade vor dem 3-0 bewahren. Dreißig Sekunden später ist er aber machtlos, als Jesper Christiansen ein weiteres Tor für den FC Kopenhagen schießt. Es dauert keine vierzig Sekunden bis der Ball wieder im Netz der Gleichener zappelt. Kopenhagen hat den Kreisligisten im Griff, wechselt kurz vor Schluss sogar den Torwart aus und gewinnt durch ein Tor in letzter Sekunde durch Morten Thomsen mit 8-0. Aber im Grunde war mir der Ausgang des Spiels vollkommen egal.


Als nächstes sollte nämlich der S04 auf dem Platz stehen. Die Jungs spielen gegen den Niedersachsenligisten SCW Göttingen. Nach drei Minuten zappelt der Ball im Tor der Göttinger. Das Tor zählt allerdings aus irgendeinem Grund nicht. Während sich unsere Jungs auf dem Platz eine ziemliche Grütze zusammenspielten und in der nächsten Zeit wenig zwingende Chancen herausarbeiten konnten, höre ich von meinem Nebenmann, dass sich der Trainer im NDR heute morgen kritisch darüber geäußert hat, dass Pachan, Stevanovic und Wiegel nicht mit zum Turnier gefahren sind, und ich denke nur, ja das ist Schalke. Von den Leuten um mich rum höre ich schon Sprüche wie „Das Spiel geht 0-0 aus“, bis Fatmir Ferati den Ball zweieinhalb Minuten vor Schluss den Ball im Tor der Göttinger unterbringt. Eine Minute später kann dann unser Spieler mit der Nr.10 Timo Brauer den Torwart überwinden. Den Schlusspunkt setzte Sebastian Czajkowski sechs Sekunden vor Schluss. Nach beschwerlichem Beginn hatte es die Jungs noch geschafft sich abzusetzen. Gott sei Dank! Aller Kummer über die Niederlage gestern war bei mir wie weggewischt, aber skeptisch war ich natürlich immer noch, da wir ja nur gegen eine regionale Mannschaft gespielt hatten und Salzburg und Wolfsburg immer noch auf uns warteten.
Das nächste Spiel ist mir dann herzlich egal. Die Bremer gehen schnell in Führung und schießen Seulingen dann in gewohnter Manier ab. Torschützen beim 5-0 von Werder sind: Luge, 3x Fazlic und Aktas. Das nächste Spiel nutzte ich dann für einen kleinen Rundgang durch die Halle. Am Netz hinter einem der Tore erblickte ich einen kleinen blonden Jungen mit einem Trikot unserer Nr. 11: Peter Lövenkrands und zum ersten Mal bin ich richtig traurig, dass es Peter nicht mehr geschafft hat sich bei uns durchzusetzen. Er war ein feiner Kerl. Ich wünsche ihm jedenfalls alles erdenklich Gute. Auf dem Weg in Richtung Südtribüne kommen mir die Spieler vom HSV entgegen, die zu meinem Erstaunen nicht größer sind als ich. Das Spiel gewann Freiburg 7-2 gegen Bovenden.
Um 11.15 Uhr startete dann die JSG Hebenshausen druckvoll in ihr Spiel gegen Basel –hinten standen sie allerdings offen wie ein Scheunentor und so wunderte es mich wenig als sie sich nach einer Minute und 18 Sekunden schon ein Tor gefangen hatten. Xherdan Shaqiri hatte sich gegen die Hintermannschaft durchgesetzt und netzte den Ball ein. 80 Sekunden später zappelt der Ball wieder im Netz: 2-0 durch Fatih Dogan. Während das Spiel der Baseler sich auf das nötigste beschränkt, geht mir der Support der JSG tierisch auf den Geist: fortwährende Getrommel ohne jegliche Rufe geht. Das haben die Anhänger der Bilshäuser gestern viel besser gemacht. Trommeln kann jeder!. Zum Glück wird es ruhiger als zwei Minuten nach dem 2-0 Shakiri noch einmal einnetzt. Taulant Xhaka erhöht fünf Minuten vor Schluss noch einmal, bevor Marko Bicvic zum 5-0 entstand verwandelt. Ein weiterer Favoritensieg, bislang haben nur wir uns blamiert.
In der folgenden Partie gewinnt der HSV 2-0 gegen Offenburg durch und Eintracht Frankfurt schießt im Anschluss Münden mit 7-0 vom Feld.  Um 12.00 Uhr ist dann wieder ein Spiel in der Gruppe der Knappen. SVG spielt gegen Wolfsburg. Nach 36 Sekunden steht es 1-0 für die Wölfe. Torschütze ist Andre Fomitschow, der dreißig Sekunden später ein weiteres mal einnetzt. Drei Minuten später verwandelt Maximilian Ahslwede nach einem Einwurf. Zwei Minuten später erhöht Oliver Kragl auf 4-0, wobei der Torwart der SVGler echt eine Katastrophe ist. Als Fomitschow zwei Minuten vor Schluss auf 8-0 erhöht, hat er bereits 3 Bälle durch die Hosenträger bekommen. Vier Sekunden vor Schluss setzt Pascal Thomsen mit dem 9-0 den Schlusspunkt. Wolfsburg spielte effektiv und ließ keine Chancen des Gegners zu. Nach diesem Spiel steht der S04 auf Rang 4 in der Gruppe.

In der Partie danach deklassiert Freiburg die Groner. Der Führungstreffer fällt schon nach 30 Sekunden. Danach fallen Tore im Minuten-Takt. 11.55 Sautner 2-0, 9.23 Durak 3-0, 8.31 Sautner 4-0, 7.49 Sautner 5-0. Fünfunddreißig Sekunden nach dem 5-0 gelingt dem Groner Geisler der Anschlusstreffer, in der Folge schießt aber Tobias Klein mit vier Toren die Breisgauer fast im Alleingang zum Sieg. Zum Schluss darf selbst der Torwart nochmal ein Tor schießen und Manuel Herr lässt seinen Kollegen auf der anderen Seite schlecht aussehen. Das Schützenfest guckte sich S04 U19 Trainer Elgert von der Tribüne an, neben ihm sitzt eine blonde Dame, die ihn das gesamte Turnier über begleitet. In der darauf folgenden Pause machten sich unsere Nachbarn aus der verbotenen Stadt wieder in ihren Maja-Trikots warm. Um mir das Übel nicht allzu lange angucken zu müssen, machte ich mich auf dem Weg zum Getränkestand. Nach der Pause schossen sich unsere Nachbarn dann so richtig warm. 9-0 besiegten sie die völlig überforderte Mannschaft von der Werra. Schon während des Spiels stieg mein Puls ins unermessliche, was aber wahrlich nichts mit dem Spiel zu tun hatte.

Als nächstes sollte der S04 auf Sparta, deren Spieler zum Großteil schon in der 1. Mannschaft in der Bezirksoberliga spielen, treffen. Die Jungs wirken jetzt ein wenig strukturierter als in den Spielen vorher und nach 90 Sekunden bringt Julian Jakobs den S04 in Führung. Weitere 90 Sekunden später scheppert es allerdings auf der anderen Seite. Danach ist das Spiel lange ausgeglichen. Fünf Minuten vor dem Ende hält uns Marcel Jäger(?) mit einer sehr schönen Parade im Spiel und im Gegenzug verwandelt Julian zum 2-1. Die Jungs kriegen einen kleinen Lauf und David Loheider erhöht zum zwischenzeitlichem 3-1. Doch unsere U19 wäre nicht Teil des Vereins, wenn es nicht nochmal spannend werden sollte. Vierzig Sekunden nach dem 3-1 schießt Saciri die Göttinger wieder ran. Alle Torchancen die sich danach ergeben, werden kläglich vergeben oder stark vom Torwart geklärt. Als die Schlusssirene ertönt ist mir das alles jedoch egal.

Aus zuverlässiger Quelle erfahre ich auch während des Spiels, dass der Trainer über die Niederlage gestern wesentlich erzürnter war als die Spieler. Nachdem sie im Mannschaftsbus auf der Fahrt zum Hotel schon wieder bester Laune waren, war er so wütend, dass sie nach Ankunft am Hotel noch fünfmal um das doch recht große Hotel laufen mussten, bevor er sie rein gelassen hat. Ich musste doch ein wenig schmunzeln bei dem Gedanken daran: wenn Fred Rutten dies nach Spielen wie in Köln oder Leverkusen angeordnet hätte. Als erzieherische Maßnahme war das ganze jedenfalls nicht schlecht.
Im Anschluss machte Werder wieder von sich reden als sie gegen Gleichen mit 6-0 gewinnen. Die Zecken hinter mir machen sich derweil über den zugegeben etwas übergewichtigen Torwart der Gleichener lustig gemacht, der an ca. 100% aller Tore in diesem Spiel eine Mitschuld trug, da seine Reaktionszeit in etwa der eines Betrunkenen entsprach. Im Anschluss spielte Freiburg gegen Seulingen. 10-1 war das Endergebnis.
Im nächsten Spiel trifft der HSV auf Werder. Dies ist allerdings kein Nordderby, da diesmal Werder aus dem Ort kommt, wo die Weser entsteht und nicht aus der Hansestadt. Münden hat keine Chance und nach 90 Sekunden steht es schon 1-0. Eine der zahlreichen Zecken auf den Tribünen bemerkt süffisant: „Irgendwie ist mir das ein bisschen zu viel blau“. Der HSV spielt in seinen blau-schwarzen Auswärtstrikots und gibt in diesem Spiel eine sehr gute Figur ab. Zwei Minuten später steht es 2-0 und eine Minute später legt Hyeok zu seinem zweiten Treffer auf. Die weiteren Treffer erzielen Son und zweimal Lam.
Die nächste Partie heißt Blau Weiß Bilshausen gegen Frankfurt und beginnt mit einer riesigen Überraschung. Nach zwanzig Sekunden gehen die Blauen, deren Vereinswappen ein wenig wie das der TSG Hoffenheim aussieht, mit 1-0 in Führung. Während des Spiels darf ich den philosophischen Sätzen der Zecken hinter mit zuhören. Sie würden es ja gar nicht in Ordnung finden, dass einige „armselige Zecken“(wie sie es wortwörtlich sagten) bei einem Jugendturnier wie diesem Schmährufe wie „Ein lebenlang ….“ singen würden. Ich denke mir meinen Teil, erinnere mich an das letztjährige Finale im Westfalenpokal und verfolge das Spiel weiter. Vier Minuten lang kann der Außenseiter sich gegen die Frankfurter behaupten bis dann schließlich der Ausgleich fällt. Zwei Minuten später kommt es erneut zu Glücksgefühlen auf Seiten der Bilshäuser: 2-1 durch Michael Geile. Im direkten Gegenzug fällt aber schon der Ausgleich und allmählich geht den Bilshäusern die Puste aus. In den letzten 5 Minuten kassieren sie 5 Tore und verlieren am Ende noch mit 2-7.
Die Partie des FC Basel gegen den FC Weser im Anschluss ist dann eine klare Sache, obwohl die Spieler mal wieder beweisen, dass sie nicht alle Regeln beherrschen, als ein Spieler der Baseler einen Freistoß direkt verwandelt. Das Tor zählt selbstverständlich nicht. Die sieben Treffer der Baseler schießen Shaqiri, Dogan, Bajlic, Aratore,Dinkel und Xhaka. Ähnlich ergeht es den Bovendern, die gegen die Mannschaft des FC Kopenhagen keine Chance haben. Es gelingt ihnen beim Stand von 4-0, vier Minuten vor Schluss lediglich der Ehrentreffer.

Nun wird es wieder laut auf den Rängen. Die 96er treffen auf die Mannschaft aus der Nähe von Lüdenscheid. Beide Mannschaften sind sehr engagiert und das erste Tor schießt ein „alter“ Bekannter: Gerbi Kaplan. Ich war extrem überrascht ihn in der Mannschaft der 96er zu sehen, da ich ihn seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte. Beide Mannschaften haben ihre Chancen, aber lediglich die Zecke David Blacha kann den Ball fünf Minuten vor Schluss im Tor unterbringen. Eine Minute später wird es wieder gefährlich im Strafraum der Roten und man weiß sich nicht anders zu helfen als mit einem Foul. Der Schiri gibt Neunmeter, den Tim Hermes dann auch verwandelt. In der Folge sind die Roten zwar die engagiertere Mannschaft, kann aber die Chancen nicht nutzen. In der letzten Minute schinden dann die Zecken nur noch Zeit! Das ist alles andere als sportlich und so wird diese Aktion auch mit Pfiffen und Buh-Rufen aus dem Publikum bedacht. „So macht man sich keine Freunde“ sagt der Mann neben mir und recht hat er.

Nach dem Schlusspfiff ist mein Puls aber schon wieder bei 180. Unsportliches Verhalten hin und Sieg der Zecken her: Jetzt spielt Schalke! Zum ersten Mal geht es gegen einen Gegner, bei dem man sich nicht zum Affen macht, wenn man verliert: Red Bull Salzburg. Wie immer mache ich mir schreckliche Sorgen darüber, dass meine Knappen verlieren könnten. Ein Ausscheiden in der Vorrunde wäre mehr als peinlich, gerade wenn ich an die vielen Zecken in der Halle denke.
Aber schnell stellt sich heraus, dass meine Schalker auch anders können, wenn sie wollen. Es ist eine Minute gespielt als Danny Blum die Blau-Weißen in Führung schießt. Die Zecken hinter mir meinen in ihrer bekannt lustigen Art: „Die Torhüter von Schalke sind alle kleine Manuel Neuers. Wo die immer die Torhüter herkriegen möchte ich echt mal gerne wissen“ Fünf Minuten vor Schluss erhöht David Loheider auf 2-0 und langsam löst sich auch der Knoten in meinem Bauch. Wir gewinnen! Bei einem Zweikampf im Mittelfeld, bei dem Julian Jakobs gefoult wird, entscheidet der Schiri auf Freistoß für Red Bull. Dieser Entscheidung folgte ein lauter Ruf in Richtung Schiri, der sich auf der Tribüne sehr nach einem: „hijo de puta“ anhörte. Was die Großen können, können die Kleinen auch. Selbst unser Torwart trifft das Tor: Offensives Torwart spielt nennt sich sowas, leider hat er nicht geschossen, sondern abgeworfen. Für ein weiteres Tor sorgte dann allerdings Julian Jakob, der einunddreißig Sekunden vor Schluss auf 3-0 erhöhte. Die Knappen haben in diesem Spiel wirklich überzeugt, zweikampfstark und mit dem nötigen Biss, machten sie das elende Gewürge im Spiel gegen 05 und Sparta vergessen.
Auf dem Rückweg vom Getränkestand, den ich in der Pause aufgesucht hatte, kamen mir dann zwei Zecken entgegen, wie ich sie mir immer vorgestellt habe als ich klein war: Dick, aufgequollenenes Gesicht und eine fiese Visage. Leider musste ich während des Turnieres feststellen, wie viele es davon hier in der Stadt gibt. Am Trikotstand neben dem Bierstand konnte man sich als Zecke sogar mit einem Trainingsanzug eindecken, wenn man dafür Geld verschwenden wollte, aber nicht ein einziges S04-Trikot hatten sie im Angebot. Eine Frechheit!
Im nächsten Spiel trifft Freiburg auf den FC Kopenhagen. Das Team aus dem Breisgau ist von Anfang an drückend, das Team aus der dänischen Hauptstadt sieht nicht gut aus. Ideenlos und in die Defensive gedrückt können sie nur reagieren. Nach zweieinhalb Minuten steht es schon 2-0. Jetzt wachen die Jungs mit dem Schriftzug Carlsberg auf der Brust auf, bis sie fünfeinhalb Minuten vor Schluss eine Zwei-Minuten Zeitstrafe hinnehmen müssen. Eine Minute und fünfzig Sekunden später schießt Dzenan Durak das 3-0. In der Folge spielen die Dänen mit fünf Feldspielern, die die Niederlage aber auch nicht abwenden konnten. Am Ende steht es 6-0 für die deutsche Elf.
Im Anschluss daran kam es dann zu einem Duell zweier Bundesligisten: Die SGE trifft auf den HSV. Keine 30 Sekunden sind gespielt, da steht es 1-0 für den HSV.“Man sind die Frankfurter schlecht“, höre ich jemanden in meiner Nähe sagen. Dem muss ich zustimmen, der HSV spielte in diesem Spiel aber auch nicht besser. Während der gesamten Spielzeit gab es kaum Torchancen, dafür um so mehr Geplänkel im Mittelfeld. Während der letzten Spielminute wurde man dann mit dem Schäfer lied beschallt, und kaum klangen die Zeilen „und wenn ich auch ein Schäfer bin“ durch die Halle, so wurde der HSV munter. Sechs Sekunden vor Schluss schießt Zhi Gin Lam den Siegtreffer.
An der Bande warten als die Schlusssirene ertönt schon wieder schwarz-gelbe Gestalten und auch das „Lüdenscheid ist wunderbar“ –Lied hallt durch die Halle. Gegner ist diesmal der ehemalige Club von Mladen Petric und Ivan Rakitic: FC Basel. Die ersten Minuten sind wenig interessant, die erste nennenswerte Chance können dennoch die Zecken für sich beanspruchen. Dennoch gehen die Schweizer nach vier Minuten und vier Sekunden mit 1-0 in Führung. Eine Minute später zappelt der Ball wieder im Netz: 2-0 durch Aratore. Dieses Spiel verläuft nach meinem Geschmack, denke ich mir als achtzig Sekunden später der Torwart der Zecken schon wieder hinter sich greifen muss und vierzig Sekunden später noch einen Ball aus seinem Tor fischt. Endlich haben die Zecken mal eine Klatsche gekriegt denke ich mir, doch dann zappelt der Ball auf einmal im Netz der Schweizer und vierzig Sekunden später tunnelt die Zecke Stiepemann dann auch noch den Torwart der Schweizer. Diese können das 3-2 aber über die Zeit retten und bescheren dem BXB seine erste Niederlage im Turnier.
Im Freudentaumel wird meine Sichtweise auf das nächste Spiel auch um einiges positiver: Schalke- Wolfsburg heißt die nächste Partie. Nach dreißig Sekunden steht es 1-0 durch Julian „Fußballgott“ Jakobs, der bislang ein richtig starkes Turnier spielt. Im Gegenzug rettet unser Torhüter mit dem Kopf vor dem Ausgleich. Die Jungen spielen einen richtig guten Ball und die Wolfsburger haben wenig Chancen ihr Spiel aufzuziehen. Dreieinhalb Minuten nach Beginn der Partie knallt der Ball an die Latte, vierzig Sekunden später kann ihn Timo Brauer dann aber tatsächlich im Tor unterbringen. Schiedsrichter Pfeifer leitet die Partie ordentlich, der S04 begnügt sich ein paar Minuten lang damit den Ball im Mittelfeld zu halten, bis unser Torwart selbst mal einen Schussversuch abgibt, der nur knapp am Tor vorbei geht. Eine Minute später erhöht Julian Jakobs auf 3-0. Im Gegenzug schießt der Wolfsburger Petry aber den Anschlusstreffer. Zweiunddreißig Sekunden vor Schluss darf sich dann aber noch David Loheider in die Torschützenliste eintragen. Es bleibt beim 4-1 Endstand. Trotz eines holprigen Starts werden die Jungs noch Gruppensieger!
Mit einem Lächeln auf den Lippen kann ich mir nun auch das nächste Spiel angucken. FC Kopenhagen- Werder Bremen
und auch bei diesem Spiel trifft die Feststellung was die Großen nicht können, kriegen die Kleinen auch nicht hin wieder ins Schwarze. Werder Bremen steht hinten offen wie ein Scheunentor und nach dreieinhalb Minuten steht es 1-0 für die Dänen, dreißig Sekunden später legt Christian Geertsen mit einem weiteren Treffer nach. Die Carlsberg-Mannschaft ist überlegen und Werder weiß sich nicht anders als mit Fouls zu helfen, was eine Zwei-Minuten Zeitstrafe zur Folge hat. Werder kann keinen Druck aufbauen, der FC Kopenhagen agiert und Saban Özdogan kann 32 Sekunden vor dem Ende sogar noch auf 3-0 erhöhen.
Im Anschluss folgt die Partie PSV Eindhoven gegen Eintracht Frankfurt. Dieses Vergnügen werden die Profis der SGE in absehbarer Zeit war nicht mehr haben, aber ihre A-Jugend schlägt sich insgesamt wacker gegen die Mannschaft aus den Niederlanden. Die ersten Minuten verschläft die Eintracht allerdings komplett. 11.46 verbleiben auf der Spieluhr als Jason Bourdouxhe den PSV in Führung bringt. In der folgenden Phase ist die Eintracht ideenlos. Es braucht eine Aktion um die Mitspieler wachzurütteln muss sich einer denken und schlägt dem gegnerischen Torwart den Ball aus der Hand. Dreißig Sekunden nach dieser Attacke zappelt der Ball im Tornetz: 1-1 durch ein Tor von Alikhi. Die Eintracht kämpft, der PSV ist technisch stärker und gewinnt mehr Zweikämpfe im Mittelfeld. 54 Sekunden vor Ende haut Nigel Hasselbank den Ball ins Tor. Von dem werden wir glaube ich noch was hören denke ich mir, als 10 Sekunden später der Ball im anderen Tornetz zappelt. Jeder rechnet schon mit einem unentschieden, doch acht Sekunden vor Schluss haut Max Fiege den Ball noch ins Gehäuse des Gegners. Eintracht Frankfurt- PSV Eindhoven 3-2. Ein Ergebnis, das mir in nächster Zeit wahrscheinlich nicht wieder begegnet.
Das letzte Spiel, das ich mir an diesem Tag dann noch angucke soll Hannover 96 gegen den FC Basel sein. Zweiundzwanzig Sekunden sind gespielt da schießt Xherdan Shaqiri das Führungstor für Basel. Zwei Minuten später rettet ein Feldspieler der 96er auf der Linie und bewahrt sein Team vor schlimmerem bis dann eine Minute später Mehmet Ari durch eine gute Einzelaktion das Ergebnis egalisiert. Beide Teams haben in der Folge immer wieder gute Chancen. Drei Minuten vor dem Ende kann Hannover dann eine Chance tatsächlich nutzen: 2-1. Der Göttinger Gerbi Kaplan kann sein Team in Führung bringen. Diese hält allerdings nicht allzu lange und  Marco Aratore bringt mit einem Seitenfallrückzieher sein Team wieder ran.
Hier nach ist es auch genug mit Fußball und ich lasse mich vor der Halle abholen. Die weiteren Ergebnisse an diesem Abend:
SC Hainberg Hamburger SV 0 : 11
VfL Wolfsburg Red Bull Salzburg 2 : 1
JSG Nörten Hannover 96 1 : 5
PSV Eindhoven Offenburger FV 3 : 2
FC Weser JFC Roswitha-Stadt 1 : 3
RSV Göttingen 05 Sparta Göttingen 2 : 4
Zuhause angekommen erfahre ich auch welche Teams in der Zwischenrunde auf meinen S04 warten: Die Zecken und der FC Kopenhagen.
Irgendwie ist mir aber auch sehr unwohl bei dem Gedanken an die Gelb-Schwarzen: Super gespielt haben sie bislang nämlich! Das muss man auch als Schalker zugeben.

4. Tag des Turniers
Es ist Sonntag der 11.01.2009. Als mein Wecker um 7.30 Uhr klingelt ist mir total übel. Ich habe vom Derby geträumt: von jenem Derby, das uns 2007 die Meisterschaft gekostet hat. Ein ganz schlechtes Zeichen für den heutigen Tag. Auch beim Frühstück mag ich mein Nutellabrot nicht so recht runter kriegen. Mir ist richtig schlecht und am liebsten würde ich mich wieder ins Bett legen und eine Runde schlafen. Aber es hilft nichts, Schalke spielt, da muss ich hin.
Das erste Spiel an diesem Tag findet vor fast leeren Rängen statt. Um 9.00 Uhr früh haben sich die meisten Zuschauer wohl noch nicht in die Lokhalle gefunden. Selbst die Spieler von Eintracht Frankfurt kamen erst nach mir, die Schalker waren noch gar nicht angekommen.
Vor dieser bedrückenden Kulisse müssen die Teams von Roswitha-Stadt und Göttingen 05 um den Einzug ins Viertelfinale spielen. Die Mannschaften sind gleichwertig und auf die 1-0 Führung von 05 folgt postwendend der Ausgleich. Zeit mich ein wenig umzugucken habe ich allemal und auf der Tribüne erspähe ich schon eine Familie, bei der wohl bei der Erziehung des Nachwuchses vieles falsch gelaufen ist. Die Eltern tragen beide S04-Trikots, während der ca. sechsjährige Junge in schwarz-gelben Lumpen gekleidet ist. Ich glaube, wenn ich das gewesen wäre, hätte ich mich Kinderheim oder ähnlichem rechnen müssen. Aber bis auf die Schwärmerei für Lars Ricken, habe ich für die Zecken nie viel übrig gehabt.  Das Spiel ist eigentlich schon gelaufen als acht Sekunden vor Schluss der Ball im Netz der Roswitha-Städter flattern sollte. 2-1 für 05. Die grünen feiern, während der Torwart weinend auf dem Boden liegt.
Das zweite Spiel ist dann auch schon schwarz gelb gegen blau weiß: Der Bovender SV spielt gegen den SV BW Bilshausen. Sonderlich interessant ist das Spiel nicht und dann geht zu allem Überfluss schwarz gelb auch noch mit 1-0 in Führung. Eine Minute später können die blau weißen dann aber ausgleichen. So richtig freuen kann ich mich darüber aber nicht, und auch über den direkt verwandelten Freistoß der Bilshäuser muss ich mich doch sehr wundern. Eine Minute später kassieren sie auch das nächste Tor. Eine Minute vor Schluss gelingt der Ausgleich, doch das Unentschieden sollte ihnen nicht gegönnt sein. Drei Sekunden vor Schluss gehen die schwarz-gelben mit 3-2 in Führung. Ein weiteres schlechtes Omen: na das kann ja heiter werden denke ich mir.
Das nächste Spiel ist dann ein echtes Spitzenspiel: Werder Bremen trifft auf den PSV Eindhoven. Der PSV, den ich in den vergangenen Partien nicht so stark wie gedacht fand, besonders die Nr. 7 Nigel Hasselbaink spielt gewaltig und bringt sein Team nach zwei Minuten und zehn Sekunden mit 1-0 in Führung. Vierzig Sekunden später steht es nach einem Ballverlust im Mittelfeld, bei dem der Torwart der Bremer zu weit vorgerückt war 2-0 für den PSV. Die Bremer können zwar zwischenzeitlich auf 1-2 verkürzen, müssen dann aber ihre zahlreichen Fehler in der Defensive mit zwei weiteren Gegentoren bezahlen. Die Frustration über die Niederlage verleitet einen Spieler sogar vier Sekunden zu einem Foul, das zu einer Zeitstrafe führt. An der verdienten Niederlage ändert dies jedoch wenig.  
Die nächste Chance sich zu beweisen haben im Anschluss an diese Partie die Mannschaften von Salzburg und Frankfurt. Doch die „Roten Bullen“ können gegen die Adler nichts ausrichten und nach fünf Minuten steht es nach Toren von Alvarez, Fiege und Stark 3-0 für die SGE. Es dauert 11 Minuten bis die Salzburger ihren ersten Torschuss abgeben. 10 Sekunden später sind sie allerdings nur noch zu viert und können keinen weiteren Druck aufbauen. 40 Sekunden später zappelt der Ball aber schon auf der anderen Seite und 17 Sekunden vor Schluss schießt Fiege noch das 5-0.
Dass es beim Niedersachsen Derby zwischen  Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg heiß her gehen würde, war den meisten Besuchern der immer voller werdenden Halle wohl bekannt. Zu Beginn agieren die 96er ohne Torwart und mit fünf Feldspielern, was sie aber nach einer drei minütigen erfolglosen Druckphase aufgeben. Gerbi schießt 50 Sekunden später die Hannoveraner mit 1-0 in Führung. In den nächsten vier Minuten können die Wolfsburger die Partie aber drehen. Kurzdarauf gibt es lange hitzige Diskussionen im Strafraum der Wolfsburger. Zwei Minuten vor Schluss gelingt sogar noch der Ausgleich. 50 Sekunden vor Schluss schießen sich die Wolfsburger dann aber so gut wie ins Viertelfinale. Die Hannoveraner hingegen schlurfen extrem deprimiert und mit hängenden Schultern über das Spielfeld. Das Spiel hat einen Sieger gefunden, der mit etwas mehr Glück auf Seiten der Roten auch H96 geheißen haben könnte.
Als nächstes Spielen dann wieder unsere Nachbarn aus der Nähe von Lüdenscheid. Es geht gegen den FC Kopenhagen. Nach 50 Sekunden geht mein Herz auf: 1-0 für den FC Kopenhagen durch Thomas Delenay, den dänischen U18 Nationalspieler. Zweieinhalb Minuten später gleichen die Zecken aber aus. Zwei Minuten später schießt Hermes die Jungs vom Tiegerentenclub in Führung und drei Minuten später steht es schon 3-1. Zu allem Überfluss handeln sich die Kopenhagener auch noch eine Zeitstrafe ein und Treffen 80 Sekunden vor Schluss nur den Pfosten. „Nichts berauschendes war das“ sagt mein Nebenmann. Beim Ergebnis gebe ich ihm da Recht!

Im nächsten Spiel schlägt unter den Augen des PSV Coaches der SV BW Bilshausen die JFC Roswitha-Stadt mit  2 : 0, das spielerisch überraschend gut ist. Im nächsten Spiel geht es dann um alles oder nichts für Werder Bremen. Gegner ist der FC Basel. Das Spiel nimmt früh an Fahrt auf. Vier Minuten nach Anpfiff kommt es schon zu einer Schubserei auf dem Spielfeld. Der FC Basel kann aber nach 6 Minuten mit 1-0 in Führung gehen. Eine Minute später entscheidet, der ziemlich kleinlich pfeifende Schiedsrichter nach einem Foul im Strafraum auf 9-Meter, den Zengin verwandelt. Immer wieder geraten die Spieler beider Teams in der Folge aneinander und es ist ein Wunder, dass  beide das Spiel komplett beenden. Bei Abpfiff steht es schon fast fest: der Titelverteidiger Werder Bremen kann seinen Titel nicht verteidigen und fliegt in der Zwischenrunde raus. Gestern haben sie spielerisch mit ihrem Offensivfußball überzeugt, heute lief nicht viel zusammen. Im letzten Spiel vor der Pause gewinnt Freiburg gegen Eintracht Frankfurt mit  4-2.


Nach der Pause geht es dann mit einem weiteren Nordderby weiter: VfL Wolfsburg gegen den Hamburger SV. Das Gefühl in meinem Magen will ich nicht näher beschreiben. Es sind noch 15 Minuten bis zum Derby und ich fühle mich so, dass ich eigentlich ins Bett gehören würde. Das Spiel ist tierisch langweilig und zieht nur vor mir her. Richtig viel kann ich nicht aufnehmen. Die Tore fallen in den letzten 61 Sekunden. Zuerst geht der VfL Wolfsburg mit 1-0 durch ein Tor vom Fomitschow in Führung, kassiert aber im gegen Zug den Ausgleich 1 : 1 .
Danach ist mir alles egal, mir ist total übel, aber ich will meine Knappen sehen, die heute in weiß gegen die Mannschaft aus Lüdenscheid-Nord spielen. Auf das provisorische Abklatschen beider Teams, das es bislang vor jedem Spiel gegeben hat, wird verzichtet und auch die Wimpel werden nicht getauscht. Bei den ganzen Derbys jedes Jahr müssten wir ja mittlerweile einen ganzen Karton mit den Dingern irgendwo im Keller der Geschäftsstelle liegen haben. Der BVB hat Anstoß, unsere Jungs verschlafen die erste Minute komplett und schon steht es 1-0 für die Kartoffelkäfer. Zwei Minuten später steht es schon 2-0. Unsere Knappen spielen in der folgenden Zeit nicht schlecht, haben aber wenige Chancen, vergeben zwei hundertprozentige. Die Jungs haben sich wohl ein wenig zu viel bei den Profis abgeschaut, wenn es um die Chancenverwertung geht. So kann man kein Spiel gewinnen. Drei Minuten vor Schluss wird der Torwart ausgewechselt und es wird mit fünf Feldspielern gespielt. Das Glück ist an diesem Tag nicht auf unserer Seite und die Zecken erzielen 20 Sekunden vor Schluss trotz Unterzahl noch das 3-0, was für den S04 die bisher höchste Niederlage in der 10 jährigen Turniergeschichte bedeutet.
Mit gesenktem Kopf verlassen unsere Jungs das Spielfeld. Es tut mir tierisch weh und das Gefühl im meinem Magen wird immer unerträglicher. Wenn wir das zweite Spiel gegen Kopenhagen nicht gewinnen, geht es schon in der Zwischenrunde ab nach Hause. Trotz der Schwächung durch den Wegfall dreier Stammspieler, wäre das doch eine kleine Enttäuschung. Ein gefundenes Fressen für die Zecken auf der Tribüne, die während des gesamten Spiels nichts Besseres zu tun hatte als Schmährufe in Richtung der Schalker Spieler abzusenden. Ein Leben lang keine Schale in der Hand hat die Schalker A-Jugend also, dabei sind wir vor nicht allzu langer Zeit doch A-Jugendmeister geworden. Versteh einer die Lüdenscheider!
Im Spiel danach folgt das Spiel FC Basel gegen den PSV Eindhoven, in dem es um den Einzug ins Viertelfinale geht, mit meinen Gedanken bin ich allerdings in der verbotenen Stadt im Mai 2007. Irgendwie fühlt sich das ganze immer noch falsch an. Was ist an diesem Tag nur passiert? Während ich in Gedanken einer der schmerzlichsten Niederlagen aller Zeiten nachhänge, geht Basel nach zwei Minuten mit 1-0 in Führung. Drei Minuten später folgt der Ausgleich. Sechs Minuten vor Schluss geht der PSV durch ein Tor in Überzahl mit 2-1 in Führung und gewinnt das Spiel schließlich auch. Die Spieler von Werder Bremen verabschieden sich im Anschluss an die Partie vom Publikum. Im Anschluss darauf schießt der inzwischen sehr stark spielende SC Freiburg die Mannschaft von Red Bull Salzburg mit 3 : 1 aus der Halle. Die Salzburger sind damals ebenso wie die Bremer in der Zwischenrunde ausgeschieden. Göttingen 05 und der Bovender SV trennen sich nach einer interessanten Partie 4-4
In der nächsten Partie geht es dann um den Einzug in die Zwischenrunde. Es kann nur einen geben. Wer auch immer das Duell zwischen dem Hamburger SV und Hannover 96 gewinnt, wird weiterkommen, dem Verlierer bleibt nichts anderes übrig als die Heimfahrt anzutreten. Nach 34 Sekunden steht es 1-0 für Hannover. Lange Zeit sieht es so aus als ob sich 96 gegen den HSV durchsetzen könnte, doch 5 Minuten vor Schluss gleicht Hamburg aus und schießt sich mit zwei Toren von Lewerenz in die nächste Runde. Hannover hat gut gekämpft und gerade bei Gerbi ist die Enttäuschung deutlich zu erkennen.
Auch das nächste Spiel ist ein Spiel um alles oder nichts. Die Knappen treffen auf die Mannschaft aus der dänischen Hauptstadt. Julian Jakobs, der mich bislang absolut überzeugt hat, wirkt entschlossen Dennoch können unsere Jungs ihre Chancen nicht nutzen. Es ist wie verhext, der Ball will einfach nicht ins Tor. Vier Minuten vor Schluss erlöst mich Danny Blum, den anschließenden Gegenangriff der Dänen, kann unser Keeper entschärfen und vierzig Sekunden später erhöht Julian Jakobs auf 2-0. Zehn Sekunden später muss das Spiel allerdings unterbrochen werden, da ein Däne Christopher Nas übel getroffen hat und er an der Bande liegen bleibt. Nas muss raus. Die Führung lässt es zu die verbleibenden zwei Minuten locker herunter zu spielen und 21 Sekunden vor Schluss setzt Cedrik Vennemann dem ganzen mit einem Treffer von einem Meter hinter der Mittelline aus, die Krone aus. Auf dieses Spiel können die Jungs stolz sein.
Derweil hatte sich mein Magen beruhigt und ich beschloss die nächsten zwei Spiele zu nutzen um mich ein wenig zu stärken. Als ich mit meinem Einbecker Green Lemon am Bierstand stehe, kommt mir Julian Jakobs entgegen, der wohl für sich und seine Mannschaftskollegen Verpflegung geholt hat (anders könnte ich mir die ca. 12 Laugenstanden beileibe nicht erklären). Während dessen gewinnt Bilshausen 3-2 gegen Göttingen 05, die Baseler verabschieden sich aus der Lokhalle und auch die Hannoveraner verabschieden sich nach dem nächsten Spiel von uns Zuschauern.
Die Viertelfinals stehen somit fest und besonders reizvoll ist es für die Schalker. Es geht wie im letzten Jahr auch schon gegen den PSV Eindhoven, denen die Knappen letztes Jahr im Neunmeterschießen unterlegen sind. Hiernach soll es kleinere Reibereien der Spieler auf dem Feld gegeben haben, weil die PSVler einen dritten Torwart eingesetzt haben, was damals wohl verboten war, habe ich damals in der Zeitung gelesen. Die Schalker verzichteten auf einen Protest und sind doch allen als schlechte Verlierer im Kopf geblieben. Aber was solls, nicht umsonst singen wir ja: „Keiner mag uns! Scheißegal!“
Nach einem Einlagespiel der U8 Mannschaften von Grone und Drammetal, gibt es noch eine Musikeinlage. Jazz (wie ich es hasse). Lieber würde ich den Schalkern beim Aufwärmen zu gucken, aber da scheint die Turnierleitung was gegen zu haben. Stattdessen werde ich fünf Minuten lang mit Jazz gequält. Im Anschluss an die Musikeinlage verabschieden sich noch die Teams von Salzburg und Kopenhagen, die beide schon ausgeschieden sind und jetzt die Heimreise antreten möchten. Ich werde je länger es dauert immer kribbliger. Da stehen die Jungs in ihren Auswärtstrikots und warten auf ein Viertelfinale gegen Eindhoven (in der CL oder im UEFA Cup wäre mir dies dieses Jahr lieber gewesen, aber nach der Hinrunde sollte man auch mit Kleinigkeiten zufrieden sein).
Das Spiel beginnt mit einem leichten Abtasten beider Teams. Die erste sehr gute Gelegenheit entschärft Marcel Jäger souverän. Das Spiel geht hin und her, Schalke ist allerdings etwas druckvoller und weiß es sich gegen die technisch gewandten Spieler des PSV zu behaupten. 6 Minuten 19 Sekunden sind gespielt als David Loheider das Führungstor schießt. Sicherer Rückhalt unseres Spiels ist der Torwart. Die einzige Unkonzentriertheit im gesamten Spiel nutzt PSV Spieler Mokhar 61 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit zum 1-1 Ausgleich.



Nach Ablauf der Uhr, kommt es wieder zu Reibereien zwischen beiden Teams, die Betreuer sind jedoch schnell zur Stelle und entschärfen die Situation. Es ist also genau wie im Vorjahr: Viertelfinale, 9 Meterschießen, Ausschreitungen. Nur diesmal in einer anderen Reihenfolge und hoffentlich einem besseren Ende für den S04. Der PSV beginnt. Marcel Jäger spielt die Spielchen, die Manu in Porto gespielt hat und die ein Jens Lehmann 1997 auch beherrschte. „I keep standing in the middle“ und tatsächlich verzieht der Schütze den Schuss soweit, dass er nicht im Netz landet. „Fängt ja gut an“ denke ich mir. 1. Schütze für die Knappen ist die Nr. 9 David Loheider. Von den Rängen hört man das Pack pfeifen, wie in Porto, wie in Mailand. Keiner mag uns, scheißegal. Loheider ist es total egal. Der Junge verwandelt sicher. Gott sei dank! Der zweite Schütze für den PSV verwandelt, obwohl unser Keeper immer hin die richtige Ecke erkennt und den Ball sicher gehabt hätte, wenn der Schuss nicht so stramm gewesen wäre. Nun liegt es an der Nr. 10 Timo Brauer auf 2-1 zu erhöhen: und tatsächlich, er verwandelt den Strafstoß souverän. Dass es auf Schalke die besten Torhüter gibt und dass die Zecken die gestern hinter mir saßen mit ihrer Anspielung gar nicht mal so falsch lagen, beweist Marcel Jäger beim dritten Neunmeter. Er hält! Der S04 zieht also nach einem rumpligen Start am Freitag und einem überzeugenden Samstag als erstes Team ins Halbfinale ein! Von den Rängen hallen trotzdem Pfiffe, aber was solls.

 

Im nächsten Viertelfinale trifft dann Freiburg auf die Wölfe. In diesem Spiel entscheidet sich auf wen die Knappen im Halbfinale treffen. Nach 80 Sekunden liegt Freiburg durch ein Tor von Erich Sautner 1-0 in Front. Die Latte bewahrt sie Augenblicke später vor dem Ausgleich und der Torschütze verwandelt auch ein zweites Mal. Vier Minuten vor Schluss fällt das 3-0 und ich denke mir der Drops ist gelutscht. Denkste, 8 Sekunden nach dem 3-0 fällt auf der anderen Seite der Anschlusstreffer 3-1 und noch 3 Minuten 30 Sekunden zu spielen. Schwierig aber nicht unmöglich. 90 Sekunden später ist es dann fast soweit, die Wölfe müssen aber bis 13 Sekunden vor Schluss warten bis das 3-2 gelingt. SC Freiburg heißt also der Gegner des S04 im Halbfinale.  Im dritten Halbfinale spielen die Hamburger gegen die Eintracht aus Frankfurt. Nach 70 Sekunden steht es 1-0 für den HSV. Ein Tor, dass zu 100% auf die Kappe des Torwarts geht, da er den Schuss sicher hat, ihm der Ball dann aber noch durch die Beine rutscht. In der Folge haben die Frankfurter noch unzählige Chancen das Spiel zu drehen, erweisen sich aber als unfähig diese zu nutzen. Der Ausgleich bleibt ihnen auch bei ihrer letzten Großchance vierzehn Sekunden vor Schluss verwehrt. Das letzte Viertelfinale ist ein schlechter Witz. Die Zecken dürfen sich mit dem Übergegner Blau Weiß Bilshausen messen. Mit Details zu diesem Spiel verschone ich euch lieber und nenne nur das Endergebnis. Ein 6-1 für die Zecken.
In der Pause, die auf die Halbfinals folgt, verabschieden sich dann noch die Teams aus Wolfsburg, Frankfurt, Eindhoven und Bilshausen brav von den Zuschauern.
Der Nigel Hasselbaink wird zum wertvollsten Spieler des Turniers ausgezeichnet und ich muss sagen, ich wäre richtig glücklich einen Spieler wie diesen in unseren Reihen zu wissen. Er erinnert mich extrem an Jefferson Farfan, was Spielweise und Verhalten betrifft.
Im Halbfinale spielt Schalke nun mit Lars Unnerstall im Tor. Lange Zeit ist es ein sehr ausgeglichenes Spiel. Die Chancen hat der S04, zum Abschluss fehlt das Glück –wie so oft diese Saison. Loheider, Bajric, Jakobs und Co. geben alles, doch der Ball will einfach nicht ins Tor. Die Uhr steht auf 5.00 als Endres die Freiburger mit 1-0 in Führung bringt. Der S04 scheidet im Halbfinale unglücklich aus. Die Jungs haben gekämpft, aber es fehlte das Glück. An einem anderen Tag, wäre es vermutlich anders gelaufen, doch ihr könnt trotzdem stolz auf euch und eure Leistung sein. Vielleicht lag es ja auch an Mirko Slomka, der auf seinem Platz in der Loge, einfach zu nah an eurem Tor war! Wer weiß *zwinker*?
Was im zweiten Halbfinale geschah war allerdings fast noch erstaunlicher. Nach 104 Sekunden liegen die Zecken 1-0 hinten und tun fortan nichts mehr um dies noch zu ändern. Gut, ihr Torwart kassiert 52 Sekunden vor Schluss rot, weil er den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand aufnimmt, aber ihre Spielweise wirkt so als wären sie auf ein weiteres Derby aus und dafür müssen sie nun mal verlieren. Und so kommt was kommen muss. Das Spiel um den 3. Platz heißt Schalke 04 gegen Borussia Dortmund.
Auch hier lassen sich wieder Parallelen zu Partien im Profi Fußball sehen. Es ist eine Minute gespielt als der Schiri den Zecken einen Strafstoß schenkt. Ich könnte ausrasten. Blacha verwandelt. 90 Sekunden später gleicht Danny Blum aber aus. Marcel Jäger sucht in der Manier eines Manuel Neuers, der hier 2004 4 Tore schoss, selbst den Torabschluss, verpasst das Gehäuse seines Gegenübers aber nur knapp. Kurzdarauf liegen die Zecken wieder vorne, wenn doch einer diesen Blacha einfach mal umbolzen könnte! Fabian Gombarek schießt dann zwar noch den Ausgleich, doch 28 Sekunden später ist die S04 Abwehr für einen kurzen Moment nichts weiter als ein Haufe und es steht 3-2 für die schwarz-gelben. Bei den nächsten Chancen fehlt unseren Jungs einfach das Glück. Wie schon im Halbfinale hätten sie das Spiel an einem anderen Tag wahrscheinlich gewonnen, doch so bleibt nur anzuerkennen, dass die Zecken eigentlich das bessere Turnier gespielt haben. Vom Spiel gegen die Bauern, dem Spiel gegen Köln, der Wagner-Oper, der kläglichen Chancenverwertung in Stuttgart und gegen Bielefeld konnte man alles in den Spielen der U19 wiedererkennen. Doch eins haben unsere Junioren öfter gezeigt als die Profis: dass sie nach einer Niederlage zurückkommen können. Eins blieb jedoch wie in der Hinrunde: in den entscheidenden Momenten fehlte uns das Glück.  Auf eine erfolgreiche Rückrunde im Jahr 2004+5!
Das Finale gewinnt im übrigen der SC Freiburg mit 2-1.



 

1 Kommentar 13.1.09 21:55, kommentieren

Die Winterpause ist vorbei! Mit der U19 beim Mister Lady Junior Cup



2. Tag des Turniers

Um 15.30 Uhr ging es also, nach der Arbeit und einem kurzen Spaziergang mit meinem Hund durch die Ballenhäuser Winterland schafft, auf nach Göttingen. Heute sollten auch endlich die Knappen ins Turnier eingreifen. Zwar fehlen mit Stevanovic, Wiegel und Marvin Pachan gleich drei Leistungsträger unserer U19, aber gegen den Bezirksoberligist Göttingen 05 und den Kreisligisten SVG sollte man sich eigentlich trotzdem durchsetzen können.
Die Fahrt in Richtung Lokhalle verlief gewohnt ereignislos und auf einem der wenigen Parkplätze, wo man umsonst parken kann, war auch noch ein Plätzchen frei. Nachdem ich mich im Bahnhof noch mit einer Tüte Fish&Chips gestärkt hatte, ging es dann auch in Richtung Lokhalle.
 
Als ich die Tribüne betrat, wurde das erste Spiel gerade abgepfiffen.
6:0 gewann der Bovender SV das Duell der Kreisligisten gegen den TSV Seulingen .

Um 16.15 Uhr begann dann sofort das nächste Spiel: JSG Hebenshausen/Werra FC Weser
was in den ersten Minuten sofort auffiel war die kleinliche Regelauslegung des Schiedsrichters. Am 1. Tag des Tuniers hatte es keinerlei Zeitstrafen gegeben, man musste allerdings wahrlich kein Prophet sein um zu wissen, dass sich dies am heutigen Tage ändern sollte. Der FC Weser ging mit 1-0 in Führung, was von den mitgereisten Fans mit sehr viel Jubel gewürdigt wurde. Das darauffolgende 2-0 war keine Überraschung, da die JSG körperlich deutlich unterlegen war. Zwar verkürzte die JSG noch auf 1 : 2, an der Niederlage ändern konnte dies jedoch nichts.

Während des nächsten Spiels, setzten sich auf einmal gelb gekleidete Gestalten mit weinroten Hosen neben mich. Als ich sie genauer musterte, musste ich feststellen, dass es der Feind ist: die U 19 der Zecken. Ich wusste es, dass ich es nochmal bereuen sollte meinen Pulli nicht sofort ausgezogen zu haben: und genau dies war der Moment. Aber ich war ja anderweitig gewappnet: Auswärtssieg von Matthias Berghöfer sollte die Waffe heißen. Da ich das Buch mit der Post zugeschickt bekam und zu Hause noch nicht dazu gekommen war es zu lesen, hatte ich es mit in die Lokhalle genommen. Kaum hatte ich das Buch in meiner Hand und eine der Zecken den Titel gelesen, setzten sie sich drei Reihen höher.
Das Spiel verlief unterdes auf vollen Touren. Die in blau spielenden Seulinger waren durch ein Tor von Habenicht sehr früh in Führung gegangen, konnten dann ihre Führung nicht ausbauen, da der Torhüter der Groner einen Strafstoß parierte. Im Gegenzug glich Grone aus. Hiervon ließen sich die Blauen aber nicht abschrecken. Maximilian Stange schoss die Tore zum 2-1 und 3-1. Hiernach wurde das Spiel etwas ruppiger und es wurde Zeit für die erste Zeitstrafe. Grone spielte von dem Moment an zu viert. Dies konnten die Seulinger nutzen und erhöhten auf  4 : 1
Das nächste Spiel lief dann wie erwartet: Der Landesligist SCW Göttingen I besiegte den Kreisligisten SVG Göttingen 4 : 0. Besonders erwähnenswert an diesem Spiel ist hier eigentlich nur der schöne Hackentrick von Tobias Zak zum 3-0, der von dem Hallensprecher, mit dem tierisch kreativen Spruch: „Ja Zak, der Tobi Zak ist auch Zack“ kommentiert wurde. Zum Ende hin stellte die SVG ihre Abwehrarbeit fast komplett ein und Benjamin Wendt konnte unbedrängt zum 4-0 erhöhen.
17:00 war es inzwischen geworden und die JSG Hebenshausen/Werra und die JSG Nörten lieferten sich ein ausgeglichenes Duell. Es gab gute Chancen auf beiden Seiten und das 1-0 für Hebenshausen nach zweieinhalb Minuten, war nur der Beginn einer interessanten Phase in der Partie. Eine Minute später schepperte es schon im Kasten auf der anderen Seite. In den nächsten Minuten flachte das Spiel immer mehr ab und es war eine große Überraschung, dass 44 Sekunden vor Schluss David Labes die Hebenshäuser noch in Führung schoss. Ergebnis also 2 : 1.
Beim Spiel um 17:15 fing ich schon an aufgeregter zu werden. Hier spielten zwei Teams aus der Gruppe von Schalke. Vor dem Spiel kam es auch zu einem Schiedsrichterwechsel. Der Kick auf dem Kunstrasen ist allerdings mehr als lau. Es wird viel geklammert, gehalten und gefoult. Ein Spielfluss will auf beiden Seiten nicht so richtig entstehen. Der Stadionsprecher ist so gelangweilt, dass er zwischenzeitlich das Allee-Lied einspielt um die Spieler mürbe zumachen. Fünf Minuten vor Schluss gelingt es der Nr. 6 von Red Bull Salzburg dann aber doch den Ball im Kasten des Gegners unterzubringen und es steht 1-0 für den Favoriten in diesem Spiel. In der letzten Spielminute können die Österreicher dann sogar noch durch ein Tor von Rene Zia, dem österreichischen U18 Nationalspieler auf 2-0 erhöhen.
Im Spiel danach griff dann die Truppe aus der Nähe von Lüdenscheid in das Turniergeschehen ein. Als Tabellenführer der A Junioren Bundesliga West sind die Kartoffelkäfer hier angereist und so treten sie auch auf. Sie sind den Nörtenern in allen Belangen weit überlegen. Aber was soll man auch gegen einen Kreisligisten anderes erwarten? Oder wie das kleine Mädchen zwei Reihen hinter mir zu ihrem Papa sagt: „Wahrscheinlich haben die auch lange geübt“. Der Torwart der JSG ist eine einzige Katastrophe: dick und unbeweglich. Vor dem 3-0 patzt er gewaltig und auch bei dem Eigentor 17 Sekunden vor Schluss sieht er sehr unglücklich aus. Das Spiel endet 10-0 für unseren Nachbarn aus der Nähe von Lüdenscheid. Eins muss man den Kartoffelkäfern ja lassen: Fußballspielen gegen Kreisligisten können sie.

 In der Pause machen mein Kumpel und ich uns erstmal in Richtung Bahnhof auf um ein bisschen was zu Essen bzw. in meinem Fall eine Cola zu trinken, die keine 2,50€ kostet, wie jene in der Halle. Die Preise für Essen nehmen sich in der Lokhalle jedenfalls nichts mit jenen in der Arena. Das 8-0 des SC Freiburg über die Truppe aus meinem Nachbarort verpasse ich so. Aber vielleicht ist das ja auch besser.



Die Spieler des FC Basel kämpfen um jeden Ball

 

Um 18:15 spielt JFC Roswitha-Stadt gegen den FC Basel, dem Verein in dem Ivan Rakitic gekickt hat, bevor er zu uns wechselte. Die Roswitha-Städter scheinen ein großes Selbstbewusstsein zu haben, sie sind mit der B-Jugend angereist. Dass sich dies irgendwann rächen sollte, ist klar. Auch wenn die Baseler zu Beginn lustlos wirken, geling ihnen nach vier Minuten das Führungstor. Nur zwei Minuten später verhindert eine Glanzparade des Torwarts des JFC schlimmeres, drei Minuten später, muss er aber trotzdem nach einem Treffer von Stefan Schindelholz hinter sich greifen. Xhaka und Bajic erhöhen in den letzten drei Minuten dann noch auf  0 : 4. Dennoch lassen sich die Spieler des JFC von den mitgereisten Fans weiter feiern.  
Das nächste Spiel ist dann deutlich ausglichener. Der Kreisligist Bovender SV verkauft sich vor heimischem Publikum gar nicht mal schlecht. In der Abwehr stehen sie sehr geordnet und haben nach zweieinhalb Minuten das Glück des tüchtigen als der Ball nach einem Schuss durch die Beine des Torwart nicht den Weg über die Torlinie findet. Nach viereinhalb Minuten steht es dann allerdings 1-0 und eine Minute später köpft der Bremer Nicolaj Straeter den Ball ins Eck. Fünf Minuten vor Schluss gelingt den Bovendern der Anschlusstreffer zum 2-1. Torschütze ist die Nr. 10 Torben Benseler, der den Ball Volley ins Tor der Bremer zimmert. In der Folge erhöht Bremen auf 4-1. Benseler gelingt  30 Sekunden vor Schluss noch der Anschlusstreffer zum Endstand von 4-2 für Werder.
Danach muss ich dann wieder die Kartoffelkäfer spielen sehen. Na ja, wenigstens spielen sie in weinroten Trikots, da ist die Augenkrebsgefahr nicht ganz so hoch. Auf den Plätzen hinter mir singt jemand Lobeshymnen auf die Spielweise der Kartoffelkäfer, die zugegebenermaßen wirklich gut ist, anhören möchte ich mir das aber trotzdem nicht. Nach dreißig Sekunden liegen unsere schwach-gelben Nachbarn auch schon mit 1-0 in Führung. Lange Zeit kann Roswitha-Stadt dieses Ergebnis halten, Sechs Minuten vor Schluss beginnt dann aber der Torreigen der Zecken, wobei sich die Roswitha-Städter noch eine zwei Minuten Zeitstrafe einhandeln. Blacha bleibt nach seinem zweiten Tor verletzt liegen und muss ausgewechselt werden. Endergebnis ist 7-0. Wie dämlich die Fans der Zecken sind, offenbart sich mehr als deutlich auf der Tribüne als ein fünfjähriges Kind mit Kuranyi-Trikot von einigen Zecken angepöbelt wird. Auf den Spruch: „Du willst dich also mal mit jemandem mit deiner Reife duellieren.“, kann die Zecke aber nichts mehr antworten und hört mit dem Gepöbel auf.
Das nächste Spiel ist Red Bull Salzburg gegen SCW Göttingen I.Schalkes Gruppe und noch 90 Minuten bis Schalke in das Geschehen eingreift. Das Spiel ist zu Beginn sehr ausgeglichen. Nach drei Minuten geht SCW in Führung. Torschütze ist Benjamin Wendt. Vierzig Sekunden später zappelt der Ball im Tornetz auf der anderen Seite. Torschütze ist wieder Rene Zia. In der Folge geht Salzburg durch Tore von Peszmeg, Langhofer und einem Eigentor mit 4-1 in Führung. Den Anschlusstreffer kann Benjamin Wendt noch für sich verbuchen, mehr war aber nicht möglich.

Nach dem 6-0 Sieg des FC Basel über die JSG Nörten ging es dann noch einmal in Richtung Bahnhof: nocheinmal  etwas trinken. Bis 19.45 Uhr ist ja schließlich Pause. Im Herausgehen fiel mir dann auch ein bekanntes Gesicht auf, einer meiner Mitfahrer nach Cottbus stand mit Nordkurven Schal vor der Halle und grüßte kurz als ich die Hand hob. So sieht man sich also mal wieder.
Nach der Pause, um19:45 hatten dann unsere Nachbarn wieder einen Auftritt. Eine weitere regionale Kreisligamannschaft wartet auf ihre Demütigung. Nach zwei Minuten steht es 1-0 für die Zecken, obwohl die FC’ler tief in der eigenen Hälfte stehen. Die weiteren Treffer der B-Russen erzielen Evers, 2x Drobe, 2x Blacha, Sobich, 2x Stiepemann, Senci und ein Spieler des FC. Immerhin schaffte es der FC Weser ein Tor zu erzielen.

Um 20.00 Uhr kommt es dann zu einem ersten Duell zwischen zwei überregionalen Teams. SV Werder Bremen, der Titelverteidiger trifft auf das Team aus dem Breisgau, den SC Freiburg. Das Spiel macht zunächst der SC Freiburg, die Chancenverwertung des SC ist allerdings ziemlich schlecht und die Bremer lauern auf Konter. Nach zwei Minuten ist ein solcher erfolgreich und der Bremer Coil darf das 1-0 für sein Team bejubeln. Zweieinhalb Minuten später steht es 2-0 und drei Minuten vor Schluss erscheint ein 5-0 auf der Anzeigetafel. Auf den Rängen feiern sich derweil die Ultras Bilshausen selber und wedeln mit blau-weißen Luftballons  hin und her. Der Block bebt. Die Breisgauer können in der Folge zwar noch auf 5-2 verkürzen. Kurz vor Schluss verwandelt die Bremer Nr. 10 Zengin den Strafstoß nach einem Foul an Madjid Albry zum 6-2.

Als nächstes folgt das von der Stimmung her beste Spiel des Abends. Die Ultras Bilshausen singen und unterstützen ihre Mannschaft. Nach zwei Minuten geht der HSV dennoch 1-0 in Führung. Der Ausgleich folgt 56 Sekunden später und wird laut bejubelt. Es ist eine intensiv geführte Partie. Von den Ereignissen auf dem Rasen lenkt ein Handgemenge im Ultra Block allerdings ab. Der Sicherheitsdienst stürmt nach oben und nimmt zwei Leute mit, derweil hat Bilshausen die Chance 2-1 in Führung zu gehen, kassiert im Gegenzug aber das 1-2. Dreieinhalb Minuten vor Schluss erhöht Kristian Böhnlein mit seinem zweiten Tor in diesem Spiel zum 3-1 für den HSV. Moralischer Sieger in diesem Spiel ist allerdings der Bezirksoberligist.  
Nun fing mein Herz wie wild zu klopfen an, die Winterpause ist unterbrochen, mein Puls bei 180. Schalke spielt! Nach zwei Minuten schießt uns Julian Jakobs in Führung. 40 Sekunden später hätte es auch 2-0 stehen können, der Ball schlägt allerdings 10 cm neben dem Pfosten ein. Dreißig Sekunden später steht es 2-0. Torschütze ist Emir Ferati. In der Folge tun sich die Knappen allerdings schwer. Irgendwie merkt man doch, dass neben den drei Spielern, die mit dem Profis im Trainingslager sind, noch vier weitere Spieler verletzt fehlen. Es will kein richtiger Spielfluss aufkommen. Fehlpässe im Mittelfeld sind nicht selten. Nach sechs Minuten erlöst mich Timo Bauer aber mit seinem Treffer zum 3-0. Zwanzig Sekunden später kracht der Ball dann aber schon an das Gehäuse auf der anderen Seite, Pfosten! 40 Sekunden später erhöht Julian Jakobs auf 4-0. Die restlichen fünf Minuten läuft dann nicht mehr viel zusammen, die Jungs werden kaum gefährlich und wirken wenig bissig, verhindern aber, dass der Gegner irgendwelche zwingenden Aktionen vorweisen kann. Der Endstand ist 4-0 gegen den Kreisligisten SVG.
Im Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem Offenburger FV steht es früh 2-0 für die Eintracht, dennoch ist es alles in allem viel Herumgekicke im Mittelfeld. Das Spiel endet mit einem 5 : 0 Sieg für die SGE. Torschützen sind 2x Aliki, Pokar, Vollhardt und Fiege. Um 21.00 Uhr gucke ich dann mein letztes Spiel an diesem Abend, das mit einem Sieg für den Favoriten FC Kopenhagen endet. 4-0 gewinnt das Team aus Dänemark gegen den TSV Seulingen. Torschützen sind: Erdem, Aqil, Geertsen und Knudstrup.
Optimistisch und tierisch müde ging es dann nach Hause. Beim besten Willen, ich hätte mir selbst wenn es die Pause nicht geben hätte, kein weiteres Spiel angucken können und so saß ich dann glücklich im Auto. Der S04 war mit einem Sieg in das Turnier gestartet und das ist alles was mich interessiert. Das zweite Spiel sollten die Jungs auch ohne mich gewinnen können. Zu Hause hieß es dann die geschossenen Fotos auf den PC zu ziehen.
 21:30 FC Kopenhagen FC Grone 5 : 0
21:45 Hamburger SV PSV Eindhoven 1 : 2
22:15 SC Hainberg Eintracht Frankfurt 2 : 7
22:30 PSV Eindhoven 1.FC Werder Münden 5 : 0
22:45 Offenburger FV SV BW Bilshausen 1 : 1
23:00 SVG Göttingen RSV Göttingen 05 1 : 8
23:15 SV BW Bilshausen SC Hainberg 3 : 0

3. Tag des Turniers
Der nächste Morgen begann dann recht früh. 8.30 Uhr und das gleich mit einer schlechte Laune: Als ich die Zeitung reinholte, musste ich im Sportteil gleich folgende Schlagzeile lesen:
Bundesligist Schalke 04 stolpert über RSV 05

Meine Knappen hatten also 2-1 gegen den Bezirksoberligisten verloren.
Zugegebenermaßen war meine Laune hiernach total im Keller. Auch wenn Stefanovic, Wiegel und Pachan drei Leistungsträger fehlen, so sollte man trotzdem nicht gegen Göttingen 05 verlieren. Auch die vier weiteren Verletzten können nicht der Grund dafür sein. Das Frühstück schmeckte dann auch nur halb so gut. Das Aus in der Vorrunde droht. Das wäre das worst-case Szenario, eine totale Blamage, aber hingefahren bin ich dann trotzdem, viel schlimmer als die 80 Minuten 0-0 gegen Cottbus diese Saison kann das ganze auch nicht sein.
Das Spiel um 10.00 Uhr sehe ich nicht von Anfang an. Die Bremer gewinnen 7-0 gegen den FC Grone.
Das erste Spiel von Anfang an sollte dann also Kopenhagen gegen die Mannschaft aus meinem Nachbarort sein. Das dänische Team ist in allen Belangen überlegen und es dauert keine zwei Minuten bis ein 1-0 steht. Die Ränge füllen sich so langsam, Kinder in Zeckentrikots sitzen neben ihren Freunden in Hoppenheim Trikots, woanders sitzen Schalker, die Fans der Heimmannschaften oder in neutraler Kleidung.  Eineinhalb Minuten nach der Führung erhöht Moren Thomsen,  U17-Nationalspieler, auf 2-0. Die darauf folgende Phase ist ruhiger, der Torwart der Gleichner kann sogar einmal mit einer guten Parade vor dem 3-0 bewahren. Dreißig Sekunden später ist er aber machtlos, als Jesper Christiansen ein weiteres Tor für den FC Kopenhagen schießt. Es dauert keine vierzig Sekunden bis der Ball wieder im Netz der Gleichener zappelt. Kopenhagen hat den Kreisligisten im Griff, wechselt kurz vor Schluss sogar den Torwart aus und gewinnt durch ein Tor in letzter Sekunde durch Morten Thomsen mit 8-0. Aber im Grunde war mir der Ausgang des Spiels vollkommen egal.


Als nächstes sollte nämlich der S04 auf dem Platz stehen. Die Jungs spielen gegen den Niedersachsenligisten SCW Göttingen. Nach drei Minuten zappelt der Ball im Tor der Göttinger. Das Tor zählt allerdings aus irgendeinem Grund nicht. Während sich unsere Jungs auf dem Platz eine ziemliche Grütze zusammenspielten und in der nächsten Zeit wenig zwingende Chancen herausarbeiten konnten, höre ich von meinem Nebenmann, dass sich der Trainer im NDR heute morgen kritisch darüber geäußert hat, dass Pachan, Stevanovic und Wiegel nicht mit zum Turnier gefahren sind, und ich denke nur, ja das ist Schalke. Von den Leuten um mich rum höre ich schon Sprüche wie „Das Spiel geht 0-0 aus“, bis Fatmir Ferati den Ball zweieinhalb Minuten vor Schluss den Ball im Tor der Göttinger unterbringt. Eine Minute später kann dann unser Spieler mit der Nr.10 Timo Brauer den Torwart überwinden. Den Schlusspunkt setzte Sebastian Czajkowski sechs Sekunden vor Schluss. Nach beschwerlichem Beginn hatte es die Jungs noch geschafft sich abzusetzen. Gott sei Dank! Aller Kummer über die Niederlage gestern war bei mir wie weggewischt, aber skeptisch war ich natürlich immer noch, da wir ja nur gegen eine regionale Mannschaft gespielt hatten und Salzburg und Wolfsburg immer noch auf uns warteten.
Das nächste Spiel ist mir dann herzlich egal. Die Bremer gehen schnell in Führung und schießen Seulingen dann in gewohnter Manier ab. Torschützen beim 5-0 von Werder sind: Luge, 3x Fazlic und Aktas. Das nächste Spiel nutzte ich dann für einen kleinen Rundgang durch die Halle. Am Netz hinter einem der Tore erblickte ich einen kleinen blonden Jungen mit einem Trikot unserer Nr. 11: Peter Lövenkrands und zum ersten Mal bin ich richtig traurig, dass es Peter nicht mehr geschafft hat sich bei uns durchzusetzen. Er war ein feiner Kerl. Ich wünsche ihm jedenfalls alles erdenklich Gute. Auf dem Weg in Richtung Südtribüne kommen mir die Spieler vom HSV entgegen, die zu meinem Erstaunen nicht größer sind als ich. Das Spiel gewann Freiburg 7-2 gegen Bovenden.
Um 11.15 Uhr startete dann die JSG Hebenshausen druckvoll in ihr Spiel gegen Basel –hinten standen sie allerdings offen wie ein Scheunentor und so wunderte es mich wenig als sie sich nach einer Minute und 18 Sekunden schon ein Tor gefangen hatten. Xherdan Shaqiri hatte sich gegen die Hintermannschaft durchgesetzt und netzte den Ball ein. 80 Sekunden später zappelt der Ball wieder im Netz: 2-0 durch Fatih Dogan. Während das Spiel der Baseler sich auf das nötigste beschränkt, geht mir der Support der JSG tierisch auf den Geist: fortwährende Getrommel ohne jegliche Rufe geht. Das haben die Anhänger der Bilshäuser gestern viel besser gemacht. Trommeln kann jeder!. Zum Glück wird es ruhiger als zwei Minuten nach dem 2-0 Shakiri noch einmal einnetzt. Taulant Xhaka erhöht fünf Minuten vor Schluss noch einmal, bevor Marko Bicvic zum 5-0 entstand verwandelt. Ein weiterer Favoritensieg, bislang haben nur wir uns blamiert.
In der folgenden Partie gewinnt der HSV 2-0 gegen Offenburg durch und Eintracht Frankfurt schießt im Anschluss Münden mit 7-0 vom Feld.  Um 12.00 Uhr ist dann wieder ein Spiel in der Gruppe der Knappen. SVG spielt gegen Wolfsburg. Nach 36 Sekunden steht es 1-0 für die Wölfe. Torschütze ist Andre Fomitschow, der dreißig Sekunden später ein weiteres mal einnetzt. Drei Minuten später verwandelt Maximilian Ahslwede nach einem Einwurf. Zwei Minuten später erhöht Oliver Kragl auf 4-0, wobei der Torwart der SVGler echt eine Katastrophe ist. Als Fomitschow zwei Minuten vor Schluss auf 8-0 erhöht, hat er bereits 3 Bälle durch die Hosenträger bekommen. Vier Sekunden vor Schluss setzt Pascal Thomsen mit dem 9-0 den Schlusspunkt. Wolfsburg spielte effektiv und ließ keine Chancen des Gegners zu. Nach diesem Spiel steht der S04 auf Rang 4 in der Gruppe.

In der Partie danach deklassiert Freiburg die Groner. Der Führungstreffer fällt schon nach 30 Sekunden. Danach fallen Tore im Minuten-Takt. 11.55 Sautner 2-0, 9.23 Durak 3-0, 8.31 Sautner 4-0, 7.49 Sautner 5-0. Fünfunddreißig Sekunden nach dem 5-0 gelingt dem Groner Geisler der Anschlusstreffer, in der Folge schießt aber Tobias Klein mit vier Toren die Breisgauer fast im Alleingang zum Sieg. Zum Schluss darf selbst der Torwart nochmal ein Tor schießen und Manuel Herr lässt seinen Kollegen auf der anderen Seite schlecht aussehen. Das Schützenfest guckte sich S04 U19 Trainer Elgert von der Tribüne an, neben ihm sitzt eine blonde Dame, die ihn das gesamte Turnier über begleitet. In der darauf folgenden Pause machten sich unsere Nachbarn aus der verbotenen Stadt wieder in ihren Maja-Trikots warm. Um mir das Übel nicht allzu lange angucken zu müssen, machte ich mich auf dem Weg zum Getränkestand. Nach der Pause schossen sich unsere Nachbarn dann so richtig warm. 9-0 besiegten sie die völlig überforderte Mannschaft von der Werra. Schon während des Spiels stieg mein Puls ins unermessliche, was aber wahrlich nichts mit dem Spiel zu tun hatte.

Als nächstes sollte der S04 auf Sparta, deren Spieler zum Großteil schon in der 1. Mannschaft in der Bezirksoberliga spielen, treffen. Die Jungs wirken jetzt ein wenig strukturierter als in den Spielen vorher und nach 90 Sekunden bringt Julian Jakobs den S04 in Führung. Weitere 90 Sekunden später scheppert es allerdings auf der anderen Seite. Danach ist das Spiel lange ausgeglichen. Fünf Minuten vor dem Ende hält uns Marcel Jäger(?) mit einer sehr schönen Parade im Spiel und im Gegenzug verwandelt Julian zum 2-1. Die Jungs kriegen einen kleinen Lauf und David Loheider erhöht zum zwischenzeitlichem 3-1. Doch unsere U19 wäre nicht Teil des Vereins, wenn es nicht nochmal spannend werden sollte. Vierzig Sekunden nach dem 3-1 schießt Saciri die Göttinger wieder ran. Alle Torchancen die sich danach ergeben, werden kläglich vergeben oder stark vom Torwart geklärt. Als die Schlusssirene ertönt ist mir das alles jedoch egal.

Aus zuverlässiger Quelle erfahre ich auch während des Spiels, dass der Trainer über die Niederlage gestern wesentlich erzürnter war als die Spieler. Nachdem sie im Mannschaftsbus auf der Fahrt zum Hotel schon wieder bester Laune waren, war er so wütend, dass sie nach Ankunft am Hotel noch fünfmal um das doch recht große Hotel laufen mussten, bevor er sie rein gelassen hat. Ich musste doch ein wenig schmunzeln bei dem Gedanken daran: wenn Fred Rutten dies nach Spielen wie in Köln oder Leverkusen angeordnet hätte. Als erzieherische Maßnahme war das ganze jedenfalls nicht schlecht.
Im Anschluss machte Werder wieder von sich reden als sie gegen Gleichen mit 6-0 gewinnen. Die Zecken hinter mir machen sich derweil über den zugegeben etwas übergewichtigen Torwart der Gleichener lustig gemacht, der an ca. 100% aller Tore in diesem Spiel eine Mitschuld trug, da seine Reaktionszeit in etwa der eines Betrunkenen entsprach. Im Anschluss spielte Freiburg gegen Seulingen. 10-1 war das Endergebnis.
Im nächsten Spiel trifft der HSV auf Werder. Dies ist allerdings kein Nordderby, da diesmal Werder aus dem Ort kommt, wo die Weser entsteht und nicht aus der Hansestadt. Münden hat keine Chance und nach 90 Sekunden steht es schon 1-0. Eine der zahlreichen Zecken auf den Tribünen bemerkt süffisant: „Irgendwie ist mir das ein bisschen zu viel blau“. Der HSV spielt in seinen blau-schwarzen Auswärtstrikots und gibt in diesem Spiel eine sehr gute Figur ab. Zwei Minuten später steht es 2-0 und eine Minute später legt Hyeok zu seinem zweiten Treffer auf. Die weiteren Treffer erzielen Son und zweimal Lam.
Die nächste Partie heißt Blau Weiß Bilshausen gegen Frankfurt und beginnt mit einer riesigen Überraschung. Nach zwanzig Sekunden gehen die Blauen, deren Vereinswappen ein wenig wie das der TSG Hoffenheim aussieht, mit 1-0 in Führung. Während des Spiels darf ich den philosophischen Sätzen der Zecken hinter mit zuhören. Sie würden es ja gar nicht in Ordnung finden, dass einige „armselige Zecken“(wie sie es wortwörtlich sagten) bei einem Jugendturnier wie diesem Schmährufe wie „Ein lebenlang ….“ singen würden. Ich denke mir meinen Teil, erinnere mich an das letztjährige Finale im Westfalenpokal und verfolge das Spiel weiter. Vier Minuten lang kann der Außenseiter sich gegen die Frankfurter behaupten bis dann schließlich der Ausgleich fällt. Zwei Minuten später kommt es erneut zu Glücksgefühlen auf Seiten der Bilshäuser: 2-1 durch Michael Geile. Im direkten Gegenzug fällt aber schon der Ausgleich und allmählich geht den Bilshäusern die Puste aus. In den letzten 5 Minuten kassieren sie 5 Tore und verlieren am Ende noch mit 2-7.
Die Partie des FC Basel gegen den FC Weser im Anschluss ist dann eine klare Sache, obwohl die Spieler mal wieder beweisen, dass sie nicht alle Regeln beherrschen, als ein Spieler der Baseler einen Freistoß direkt verwandelt. Das Tor zählt selbstverständlich nicht. Die sieben Treffer der Baseler schießen Shaqiri, Dogan, Bajlic, Aratore,Dinkel und Xhaka. Ähnlich ergeht es den Bovendern, die gegen die Mannschaft des FC Kopenhagen keine Chance haben. Es gelingt ihnen beim Stand von 4-0, vier Minuten vor Schluss lediglich der Ehrentreffer.

Nun wird es wieder laut auf den Rängen. Die 96er treffen auf die Mannschaft aus der Nähe von Lüdenscheid. Beide Mannschaften sind sehr engagiert und das erste Tor schießt ein „alter“ Bekannter: Gerbi Kaplan. Ich war extrem überrascht ihn in der Mannschaft der 96er zu sehen, da ich ihn seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte. Beide Mannschaften haben ihre Chancen, aber lediglich die Zecke David Blacha kann den Ball fünf Minuten vor Schluss im Tor unterbringen. Eine Minute später wird es wieder gefährlich im Strafraum der Roten und man weiß sich nicht anders zu helfen als mit einem Foul. Der Schiri gibt Neunmeter, den Tim Hermes dann auch verwandelt. In der Folge sind die Roten zwar die engagiertere Mannschaft, kann aber die Chancen nicht nutzen. In der letzten Minute schinden dann die Zecken nur noch Zeit! Das ist alles andere als sportlich und so wird diese Aktion auch mit Pfiffen und Buh-Rufen aus dem Publikum bedacht. „So macht man sich keine Freunde“ sagt der Mann neben mir und recht hat er.

Nach dem Schlusspfiff ist mein Puls aber schon wieder bei 180. Unsportliches Verhalten hin und Sieg der Zecken her: Jetzt spielt Schalke! Zum ersten Mal geht es gegen einen Gegner, bei dem man sich nicht zum Affen macht, wenn man verliert: Red Bull Salzburg. Wie immer mache ich mir schreckliche Sorgen darüber, dass meine Knappen verlieren könnten. Ein Ausscheiden in der Vorrunde wäre mehr als peinlich, gerade wenn ich an die vielen Zecken in der Halle denke.
Aber schnell stellt sich heraus, dass meine Schalker auch anders können, wenn sie wollen. Es ist eine Minute gespielt als Danny Blum die Blau-Weißen in Führung schießt. Die Zecken hinter mir meinen in ihrer bekannt lustigen Art: „Die Torhüter von Schalke sind alle kleine Manuel Neuers. Wo die immer die Torhüter herkriegen möchte ich echt mal gerne wissen“ Fünf Minuten vor Schluss erhöht David Loheider auf 2-0 und langsam löst sich auch der Knoten in meinem Bauch. Wir gewinnen! Bei einem Zweikampf im Mittelfeld, bei dem Julian Jakobs gefoult wird, entscheidet der Schiri auf Freistoß für Red Bull. Dieser Entscheidung folgte ein lauter Ruf in Richtung Schiri, der sich auf der Tribüne sehr nach einem: „hijo de puta“ anhörte. Was die Großen können, können die Kleinen auch. Selbst unser Torwart trifft das Tor: Offensives Torwart spielt nennt sich sowas, leider hat er nicht geschossen, sondern abgeworfen. Für ein weiteres Tor sorgte dann allerdings Julian Jakob, der einunddreißig Sekunden vor Schluss auf 3-0 erhöhte. Die Knappen haben in diesem Spiel wirklich überzeugt, zweikampfstark und mit dem nötigen Biss, machten sie das elende Gewürge im Spiel gegen 05 und Sparta vergessen.
Auf dem Rückweg vom Getränkestand, den ich in der Pause aufgesucht hatte, kamen mir dann zwei Zecken entgegen, wie ich sie mir immer vorgestellt habe als ich klein war: Dick, aufgequollenenes Gesicht und eine fiese Visage. Leider musste ich während des Turnieres feststellen, wie viele es davon hier in der Stadt gibt. Am Trikotstand neben dem Bierstand konnte man sich als Zecke sogar mit einem Trainingsanzug eindecken, wenn man dafür Geld verschwenden wollte, aber nicht ein einziges S04-Trikot hatten sie im Angebot. Eine Frechheit!
Im nächsten Spiel trifft Freiburg auf den FC Kopenhagen. Das Team aus dem Breisgau ist von Anfang an drückend, das Team aus der dänischen Hauptstadt sieht nicht gut aus. Ideenlos und in die Defensive gedrückt können sie nur reagieren. Nach zweieinhalb Minuten steht es schon 2-0. Jetzt wachen die Jungs mit dem Schriftzug Carlsberg auf der Brust auf, bis sie fünfeinhalb Minuten vor Schluss eine Zwei-Minuten Zeitstrafe hinnehmen müssen. Eine Minute und fünfzig Sekunden später schießt Dzenan Durak das 3-0. In der Folge spielen die Dänen mit fünf Feldspielern, die die Niederlage aber auch nicht abwenden konnten. Am Ende steht es 6-0 für die deutsche Elf.
Im Anschluss daran kam es dann zu einem Duell zweier Bundesligisten: Die SGE trifft auf den HSV. Keine 30 Sekunden sind gespielt, da steht es 1-0 für den HSV.“Man sind die Frankfurter schlecht“, höre ich jemanden in meiner Nähe sagen. Dem muss ich zustimmen, der HSV spielte in diesem Spiel aber auch nicht besser. Während der gesamten Spielzeit gab es kaum Torchancen, dafür um so mehr Geplänkel im Mittelfeld. Während der letzten Spielminute wurde man dann mit dem Schäfer lied beschallt, und kaum klangen die Zeilen „und wenn ich auch ein Schäfer bin“ durch die Halle, so wurde der HSV munter. Sechs Sekunden vor Schluss schießt Zhi Gin Lam den Siegtreffer.
An der Bande warten als die Schlusssirene ertönt schon wieder schwarz-gelbe Gestalten und auch das „Lüdenscheid ist wunderbar“ –Lied hallt durch die Halle. Gegner ist diesmal der ehemalige Club von Mladen Petric und Ivan Rakitic: FC Basel. Die ersten Minuten sind wenig interessant, die erste nennenswerte Chance können dennoch die Zecken für sich beanspruchen. Dennoch gehen die Schweizer nach vier Minuten und vier Sekunden mit 1-0 in Führung. Eine Minute später zappelt der Ball wieder im Netz: 2-0 durch Aratore. Dieses Spiel verläuft nach meinem Geschmack, denke ich mir als achtzig Sekunden später der Torwart der Zecken schon wieder hinter sich greifen muss und vierzig Sekunden später noch einen Ball aus seinem Tor fischt. Endlich haben die Zecken mal eine Klatsche gekriegt denke ich mir, doch dann zappelt der Ball auf einmal im Netz der Schweizer und vierzig Sekunden später tunnelt die Zecke Stiepemann dann auch noch den Torwart der Schweizer. Diese können das 3-2 aber über die Zeit retten und bescheren dem BXB seine erste Niederlage im Turnier.
Im Freudentaumel wird meine Sichtweise auf das nächste Spiel auch um einiges positiver: Schalke- Wolfsburg heißt die nächste Partie. Nach dreißig Sekunden steht es 1-0 durch Julian „Fußballgott“ Jakobs, der bislang ein richtig starkes Turnier spielt. Im Gegenzug rettet unser Torhüter mit dem Kopf vor dem Ausgleich. Die Jungen spielen einen richtig guten Ball und die Wolfsburger haben wenig Chancen ihr Spiel aufzuziehen. Dreieinhalb Minuten nach Beginn der Partie knallt der Ball an die Latte, vierzig Sekunden später kann ihn Timo Brauer dann aber tatsächlich im Tor unterbringen. Schiedsrichter Pfeifer leitet die Partie ordentlich, der S04 begnügt sich ein paar Minuten lang damit den Ball im Mittelfeld zu halten, bis unser Torwart selbst mal einen Schussversuch abgibt, der nur knapp am Tor vorbei geht. Eine Minute später erhöht Julian Jakobs auf 3-0. Im Gegenzug schießt der Wolfsburger Petry aber den Anschlusstreffer. Zweiunddreißig Sekunden vor Schluss darf sich dann aber noch David Loheider in die Torschützenliste eintragen. Es bleibt beim 4-1 Endstand. Trotz eines holprigen Starts werden die Jungs noch Gruppensieger!
Mit einem Lächeln auf den Lippen kann ich mir nun auch das nächste Spiel angucken. FC Kopenhagen- Werder Bremen
und auch bei diesem Spiel trifft die Feststellung was die Großen nicht können, kriegen die Kleinen auch nicht hin wieder ins Schwarze. Werder Bremen steht hinten offen wie ein Scheunentor und nach dreieinhalb Minuten steht es 1-0 für die Dänen, dreißig Sekunden später legt Christian Geertsen mit einem weiteren Treffer nach. Die Carlsberg-Mannschaft ist überlegen und Werder weiß sich nicht anders als mit Fouls zu helfen, was eine Zwei-Minuten Zeitstrafe zur Folge hat. Werder kann keinen Druck aufbauen, der FC Kopenhagen agiert und Saban Özdogan kann 32 Sekunden vor dem Ende sogar noch auf 3-0 erhöhen.
Im Anschluss folgt die Partie PSV Eindhoven gegen Eintracht Frankfurt. Dieses Vergnügen werden die Profis der SGE in absehbarer Zeit war nicht mehr haben, aber ihre A-Jugend schlägt sich insgesamt wacker gegen die Mannschaft aus den Niederlanden. Die ersten Minuten verschläft die Eintracht allerdings komplett. 11.46 verbleiben auf der Spieluhr als Jason Bourdouxhe den PSV in Führung bringt. In der folgenden Phase ist die Eintracht ideenlos. Es braucht eine Aktion um die Mitspieler wachzurütteln muss sich einer denken und schlägt dem gegnerischen Torwart den Ball aus der Hand. Dreißig Sekunden nach dieser Attacke zappelt der Ball im Tornetz: 1-1 durch ein Tor von Alikhi. Die Eintracht kämpft, der PSV ist technisch stärker und gewinnt mehr Zweikämpfe im Mittelfeld. 54 Sekunden vor Ende haut Nigel Hasselbank den Ball ins Tor. Von dem werden wir glaube ich noch was hören denke ich mir, als 10 Sekunden später der Ball im anderen Tornetz zappelt. Jeder rechnet schon mit einem unentschieden, doch acht Sekunden vor Schluss haut Max Fiege den Ball noch ins Gehäuse des Gegners. Eintracht Frankfurt- PSV Eindhoven 3-2. Ein Ergebnis, das mir in nächster Zeit wahrscheinlich nicht wieder begegnet.
Das letzte Spiel, das ich mir an diesem Tag dann noch angucke soll Hannover 96 gegen den FC Basel sein. Zweiundzwanzig Sekunden sind gespielt da schießt Xherdan Shaqiri das Führungstor für Basel. Zwei Minuten später rettet ein Feldspieler der 96er auf der Linie und bewahrt sein Team vor schlimmerem bis dann eine Minute später Mehmet Ari durch eine gute Einzelaktion das Ergebnis egalisiert. Beide Teams haben in der Folge immer wieder gute Chancen. Drei Minuten vor dem Ende kann Hannover dann eine Chance tatsächlich nutzen: 2-1. Der Göttinger Gerbi Kaplan kann sein Team in Führung bringen. Diese hält allerdings nicht allzu lange und  Marco Aratore bringt mit einem Seitenfallrückzieher sein Team wieder ran.
Hier nach ist es auch genug mit Fußball und ich lasse mich vor der Halle abholen. Die weiteren Ergebnisse an diesem Abend:
SC Hainberg Hamburger SV 0 : 11
VfL Wolfsburg Red Bull Salzburg 2 : 1
JSG Nörten Hannover 96 1 : 5
PSV Eindhoven Offenburger FV 3 : 2
FC Weser JFC Roswitha-Stadt 1 : 3
RSV Göttingen 05 Sparta Göttingen 2 : 4
Zuhause angekommen erfahre ich auch welche Teams in der Zwischenrunde auf meinen S04 warten: Die Zecken und der FC Kopenhagen.
Irgendwie ist mir aber auch sehr unwohl bei dem Gedanken an die Gelb-Schwarzen: Super gespielt haben sie bislang nämlich! Das muss man auch als Schalker zugeben.

4. Tag des Turniers
Es ist Sonntag der 11.01.2009. Als mein Wecker um 7.30 Uhr klingelt ist mir total übel. Ich habe vom Derby geträumt: von jenem Derby, das uns 2007 die Meisterschaft gekostet hat. Ein ganz schlechtes Zeichen für den heutigen Tag. Auch beim Frühstück mag ich mein Nutellabrot nicht so recht runter kriegen. Mir ist richtig schlecht und am liebsten würde ich mich wieder ins Bett legen und eine Runde schlafen. Aber es hilft nichts, Schalke spielt, da muss ich hin.
Das erste Spiel an diesem Tag findet vor fast leeren Rängen statt. Um 9.00 Uhr früh haben sich die meisten Zuschauer wohl noch nicht in die Lokhalle gefunden. Selbst die Spieler von Eintracht Frankfurt kamen erst nach mir, die Schalker waren noch gar nicht angekommen.
Vor dieser bedrückenden Kulisse müssen die Teams von Roswitha-Stadt und Göttingen 05 um den Einzug ins Viertelfinale spielen. Die Mannschaften sind gleichwertig und auf die 1-0 Führung von 05 folgt postwendend der Ausgleich. Zeit mich ein wenig umzugucken habe ich allemal und auf der Tribüne erspähe ich schon eine Familie, bei der wohl bei der Erziehung des Nachwuchses vieles falsch gelaufen ist. Die Eltern tragen beide S04-Trikots, während der ca. sechsjährige Junge in schwarz-gelben Lumpen gekleidet ist. Ich glaube, wenn ich das gewesen wäre, hätte ich mich Kinderheim oder ähnlichem rechnen müssen. Aber bis auf die Schwärmerei für Lars Ricken, habe ich für die Zecken nie viel übrig gehabt.  Das Spiel ist eigentlich schon gelaufen als acht Sekunden vor Schluss der Ball im Netz der Roswitha-Städter flattern sollte. 2-1 für 05. Die grünen feiern, während der Torwart weinend auf dem Boden liegt.
Das zweite Spiel ist dann auch schon schwarz gelb gegen blau weiß: Der Bovender SV spielt gegen den SV BW Bilshausen. Sonderlich interessant ist das Spiel nicht und dann geht zu allem Überfluss schwarz gelb auch noch mit 1-0 in Führung. Eine Minute später können die blau weißen dann aber ausgleichen. So richtig freuen kann ich mich darüber aber nicht, und auch über den direkt verwandelten Freistoß der Bilshäuser muss ich mich doch sehr wundern. Eine Minute später kassieren sie auch das nächste Tor. Eine Minute vor Schluss gelingt der Ausgleich, doch das Unentschieden sollte ihnen nicht gegönnt sein. Drei Sekunden vor Schluss gehen die schwarz-gelben mit 3-2 in Führung. Ein weiteres schlechtes Omen: na das kann ja heiter werden denke ich mir.
Das nächste Spiel ist dann ein echtes Spitzenspiel: Werder Bremen trifft auf den PSV Eindhoven. Der PSV, den ich in den vergangenen Partien nicht so stark wie gedacht fand, besonders die Nr. 7 Nigel Hasselbaink spielt gewaltig und bringt sein Team nach zwei Minuten und zehn Sekunden mit 1-0 in Führung. Vierzig Sekunden später steht es nach einem Ballverlust im Mittelfeld, bei dem der Torwart der Bremer zu weit vorgerückt war 2-0 für den PSV. Die Bremer können zwar zwischenzeitlich auf 1-2 verkürzen, müssen dann aber ihre zahlreichen Fehler in der Defensive mit zwei weiteren Gegentoren bezahlen. Die Frustration über die Niederlage verleitet einen Spieler sogar vier Sekunden zu einem Foul, das zu einer Zeitstrafe führt. An der verdienten Niederlage ändert dies jedoch wenig.  
Die nächste Chance sich zu beweisen haben im Anschluss an diese Partie die Mannschaften von Salzburg und Frankfurt. Doch die „Roten Bullen“ können gegen die Adler nichts ausrichten und nach fünf Minuten steht es nach Toren von Alvarez, Fiege und Stark 3-0 für die SGE. Es dauert 11 Minuten bis die Salzburger ihren ersten Torschuss abgeben. 10 Sekunden später sind sie allerdings nur noch zu viert und können keinen weiteren Druck aufbauen. 40 Sekunden später zappelt der Ball aber schon auf der anderen Seite und 17 Sekunden vor Schluss schießt Fiege noch das 5-0.
Dass es beim Niedersachsen Derby zwischen  Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg heiß her gehen würde, war den meisten Besuchern der immer voller werdenden Halle wohl bekannt. Zu Beginn agieren die 96er ohne Torwart und mit fünf Feldspielern, was sie aber nach einer drei minütigen erfolglosen Druckphase aufgeben. Gerbi schießt 50 Sekunden später die Hannoveraner mit 1-0 in Führung. In den nächsten vier Minuten können die Wolfsburger die Partie aber drehen. Kurzdarauf gibt es lange hitzige Diskussionen im Strafraum der Wolfsburger. Zwei Minuten vor Schluss gelingt sogar noch der Ausgleich. 50 Sekunden vor Schluss schießen sich die Wolfsburger dann aber so gut wie ins Viertelfinale. Die Hannoveraner hingegen schlurfen extrem deprimiert und mit hängenden Schultern über das Spielfeld. Das Spiel hat einen Sieger gefunden, der mit etwas mehr Glück auf Seiten der Roten auch H96 geheißen haben könnte.
Als nächstes Spielen dann wieder unsere Nachbarn aus der Nähe von Lüdenscheid. Es geht gegen den FC Kopenhagen. Nach 50 Sekunden geht mein Herz auf: 1-0 für den FC Kopenhagen durch Thomas Delenay, den dänischen U18 Nationalspieler. Zweieinhalb Minuten später gleichen die Zecken aber aus. Zwei Minuten später schießt Hermes die Jungs vom Tiegerentenclub in Führung und drei Minuten später steht es schon 3-1. Zu allem Überfluss handeln sich die Kopenhagener auch noch eine Zeitstrafe ein und Treffen 80 Sekunden vor Schluss nur den Pfosten. „Nichts berauschendes war das“ sagt mein Nebenmann. Beim Ergebnis gebe ich ihm da Recht!

Im nächsten Spiel schlägt unter den Augen des PSV Coaches der SV BW Bilshausen die JFC Roswitha-Stadt mit  2 : 0, das spielerisch überraschend gut ist. Im nächsten Spiel geht es dann um alles oder nichts für Werder Bremen. Gegner ist der FC Basel. Das Spiel nimmt früh an Fahrt auf. Vier Minuten nach Anpfiff kommt es schon zu einer Schubserei auf dem Spielfeld. Der FC Basel kann aber nach 6 Minuten mit 1-0 in Führung gehen. Eine Minute später entscheidet, der ziemlich kleinlich pfeifende Schiedsrichter nach einem Foul im Strafraum auf 9-Meter, den Zengin verwandelt. Immer wieder geraten die Spieler beider Teams in der Folge aneinander und es ist ein Wunder, dass  beide das Spiel komplett beenden. Bei Abpfiff steht es schon fast fest: der Titelverteidiger Werder Bremen kann seinen Titel nicht verteidigen und fliegt in der Zwischenrunde raus. Gestern haben sie spielerisch mit ihrem Offensivfußball überzeugt, heute lief nicht viel zusammen. Im letzten Spiel vor der Pause gewinnt Freiburg gegen Eintracht Frankfurt mit  4-2.


Nach der Pause geht es dann mit einem weiteren Nordderby weiter: VfL Wolfsburg gegen den Hamburger SV. Das Gefühl in meinem Magen will ich nicht näher beschreiben. Es sind noch 15 Minuten bis zum Derby und ich fühle mich so, dass ich eigentlich ins Bett gehören würde. Das Spiel ist tierisch langweilig und zieht nur vor mir her. Richtig viel kann ich nicht aufnehmen. Die Tore fallen in den letzten 61 Sekunden. Zuerst geht der VfL Wolfsburg mit 1-0 durch ein Tor vom Fomitschow in Führung, kassiert aber im gegen Zug den Ausgleich 1 : 1 .
Danach ist mir alles egal, mir ist total übel, aber ich will meine Knappen sehen, die heute in weiß gegen die Mannschaft aus Lüdenscheid-Nord spielen. Auf das provisorische Abklatschen beider Teams, das es bislang vor jedem Spiel gegeben hat, wird verzichtet und auch die Wimpel werden nicht getauscht. Bei den ganzen Derbys jedes Jahr müssten wir ja mittlerweile einen ganzen Karton mit den Dingern irgendwo im Keller der Geschäftsstelle liegen haben. Der BVB hat Anstoß, unsere Jungs verschlafen die erste Minute komplett und schon steht es 1-0 für die Kartoffelkäfer. Zwei Minuten später steht es schon 2-0. Unsere Knappen spielen in der folgenden Zeit nicht schlecht, haben aber wenige Chancen, vergeben zwei hundertprozentige. Die Jungs haben sich wohl ein wenig zu viel bei den Profis abgeschaut, wenn es um die Chancenverwertung geht. So kann man kein Spiel gewinnen. Drei Minuten vor Schluss wird der Torwart ausgewechselt und es wird mit fünf Feldspielern gespielt. Das Glück ist an diesem Tag nicht auf unserer Seite und die Zecken erzielen 20 Sekunden vor Schluss trotz Unterzahl noch das 3-0, was für den S04 die bisher höchste Niederlage in der 10 jährigen Turniergeschichte bedeutet.
Mit gesenktem Kopf verlassen unsere Jungs das Spielfeld. Es tut mir tierisch weh und das Gefühl im meinem Magen wird immer unerträglicher. Wenn wir das zweite Spiel gegen Kopenhagen nicht gewinnen, geht es schon in der Zwischenrunde ab nach Hause. Trotz der Schwächung durch den Wegfall dreier Stammspieler, wäre das doch eine kleine Enttäuschung. Ein gefundenes Fressen für die Zecken auf der Tribüne, die während des gesamten Spiels nichts Besseres zu tun hatte als Schmährufe in Richtung der Schalker Spieler abzusenden. Ein Leben lang keine Schale in der Hand hat die Schalker A-Jugend also, dabei sind wir vor nicht allzu langer Zeit doch A-Jugendmeister geworden. Versteh einer die Lüdenscheider!
Im Spiel danach folgt das Spiel FC Basel gegen den PSV Eindhoven, in dem es um den Einzug ins Viertelfinale geht, mit meinen Gedanken bin ich allerdings in der verbotenen Stadt im Mai 2007. Irgendwie fühlt sich das ganze immer noch falsch an. Was ist an diesem Tag nur passiert? Während ich in Gedanken einer der schmerzlichsten Niederlagen aller Zeiten nachhänge, geht Basel nach zwei Minuten mit 1-0 in Führung. Drei Minuten später folgt der Ausgleich. Sechs Minuten vor Schluss geht der PSV durch ein Tor in Überzahl mit 2-1 in Führung und gewinnt das Spiel schließlich auch. Die Spieler von Werder Bremen verabschieden sich im Anschluss an die Partie vom Publikum. Im Anschluss darauf schießt der inzwischen sehr stark spielende SC Freiburg die Mannschaft von Red Bull Salzburg mit 3 : 1 aus der Halle. Die Salzburger sind damals ebenso wie die Bremer in der Zwischenrunde ausgeschieden. Göttingen 05 und der Bovender SV trennen sich nach einer interessanten Partie 4-4
In der nächsten Partie geht es dann um den Einzug in die Zwischenrunde. Es kann nur einen geben. Wer auch immer das Duell zwischen dem Hamburger SV und Hannover 96 gewinnt, wird weiterkommen, dem Verlierer bleibt nichts anderes übrig als die Heimfahrt anzutreten. Nach 34 Sekunden steht es 1-0 für Hannover. Lange Zeit sieht es so aus als ob sich 96 gegen den HSV durchsetzen könnte, doch 5 Minuten vor Schluss gleicht Hamburg aus und schießt sich mit zwei Toren von Lewerenz in die nächste Runde. Hannover hat gut gekämpft und gerade bei Gerbi ist die Enttäuschung deutlich zu erkennen.
Auch das nächste Spiel ist ein Spiel um alles oder nichts. Die Knappen treffen auf die Mannschaft aus der dänischen Hauptstadt. Julian Jakobs, der mich bislang absolut überzeugt hat, wirkt entschlossen Dennoch können unsere Jungs ihre Chancen nicht nutzen. Es ist wie verhext, der Ball will einfach nicht ins Tor. Vier Minuten vor Schluss erlöst mich Danny Blum, den anschließenden Gegenangriff der Dänen, kann unser Keeper entschärfen und vierzig Sekunden später erhöht Julian Jakobs auf 2-0. Zehn Sekunden später muss das Spiel allerdings unterbrochen werden, da ein Däne Christopher Nas übel getroffen hat und er an der Bande liegen bleibt. Nas muss raus. Die Führung lässt es zu die verbleibenden zwei Minuten locker herunter zu spielen und 21 Sekunden vor Schluss setzt Cedrik Vennemann dem ganzen mit einem Treffer von einem Meter hinter der Mittelline aus, die Krone aus. Auf dieses Spiel können die Jungs stolz sein.
Derweil hatte sich mein Magen beruhigt und ich beschloss die nächsten zwei Spiele zu nutzen um mich ein wenig zu stärken. Als ich mit meinem Einbecker Green Lemon am Bierstand stehe, kommt mir Julian Jakobs entgegen, der wohl für sich und seine Mannschaftskollegen Verpflegung geholt hat (anders könnte ich mir die ca. 12 Laugenstanden beileibe nicht erklären). Während dessen gewinnt Bilshausen 3-2 gegen Göttingen 05, die Baseler verabschieden sich aus der Lokhalle und auch die Hannoveraner verabschieden sich nach dem nächsten Spiel von uns Zuschauern.
Die Viertelfinals stehen somit fest und besonders reizvoll ist es für die Schalker. Es geht wie im letzten Jahr auch schon gegen den PSV Eindhoven, denen die Knappen letztes Jahr im Neunmeterschießen unterlegen sind. Hiernach soll es kleinere Reibereien der Spieler auf dem Feld gegeben haben, weil die PSVler einen dritten Torwart eingesetzt haben, was damals wohl verboten war, habe ich damals in der Zeitung gelesen. Die Schalker verzichteten auf einen Protest und sind doch allen als schlechte Verlierer im Kopf geblieben. Aber was solls, nicht umsonst singen wir ja: „Keiner mag uns! Scheißegal!“
Nach einem Einlagespiel der U8 Mannschaften von Grone und Drammetal, gibt es noch eine Musikeinlage. Jazz (wie ich es hasse). Lieber würde ich den Schalkern beim Aufwärmen zu gucken, aber da scheint die Turnierleitung was gegen zu haben. Stattdessen werde ich fünf Minuten lang mit Jazz gequält. Im Anschluss an die Musikeinlage verabschieden sich noch die Teams von Salzburg und Kopenhagen, die beide schon ausgeschieden sind und jetzt die Heimreise antreten möchten. Ich werde je länger es dauert immer kribbliger. Da stehen die Jungs in ihren Auswärtstrikots und warten auf ein Viertelfinale gegen Eindhoven (in der CL oder im UEFA Cup wäre mir dies dieses Jahr lieber gewesen, aber nach der Hinrunde sollte man auch mit Kleinigkeiten zufrieden sein).
Das Spiel beginnt mit einem leichten Abtasten beider Teams. Die erste sehr gute Gelegenheit entschärft Marcel Jäger souverän. Das Spiel geht hin und her, Schalke ist allerdings etwas druckvoller und weiß es sich gegen die technisch gewandten Spieler des PSV zu behaupten. 6 Minuten 19 Sekunden sind gespielt als David Loheider das Führungstor schießt. Sicherer Rückhalt unseres Spiels ist der Torwart. Die einzige Unkonzentriertheit im gesamten Spiel nutzt PSV Spieler Mokhar 61 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit zum 1-1 Ausgleich.



Nach Ablauf der Uhr, kommt es wieder zu Reibereien zwischen beiden Teams, die Betreuer sind jedoch schnell zur Stelle und entschärfen die Situation. Es ist also genau wie im Vorjahr: Viertelfinale, 9 Meterschießen, Ausschreitungen. Nur diesmal in einer anderen Reihenfolge und hoffentlich einem besseren Ende für den S04. Der PSV beginnt. Marcel Jäger spielt die Spielchen, die Manu in Porto gespielt hat und die ein Jens Lehmann 1997 auch beherrschte. „I keep standing in the middle“ und tatsächlich verzieht der Schütze den Schuss soweit, dass er nicht im Netz landet. „Fängt ja gut an“ denke ich mir. 1. Schütze für die Knappen ist die Nr. 9 David Loheider. Von den Rängen hört man das Pack pfeifen, wie in Porto, wie in Mailand. Keiner mag uns, scheißegal. Loheider ist es total egal. Der Junge verwandelt sicher. Gott sei dank! Der zweite Schütze für den PSV verwandelt, obwohl unser Keeper immer hin die richtige Ecke erkennt und den Ball sicher gehabt hätte, wenn der Schuss nicht so stramm gewesen wäre. Nun liegt es an der Nr. 10 Timo Brauer auf 2-1 zu erhöhen: und tatsächlich, er verwandelt den Strafstoß souverän. Dass es auf Schalke die besten Torhüter gibt und dass die Zecken die gestern hinter mir saßen mit ihrer Anspielung gar nicht mal so falsch lagen, beweist Marcel Jäger beim dritten Neunmeter. Er hält! Der S04 zieht also nach einem rumpligen Start am Freitag und einem überzeugenden Samstag als erstes Team ins Halbfinale ein! Von den Rängen hallen trotzdem Pfiffe, aber was solls.

 

Im nächsten Viertelfinale trifft dann Freiburg auf die Wölfe. In diesem Spiel entscheidet sich auf wen die Knappen im Halbfinale treffen. Nach 80 Sekunden liegt Freiburg durch ein Tor von Erich Sautner 1-0 in Front. Die Latte bewahrt sie Augenblicke später vor dem Ausgleich und der Torschütze verwandelt auch ein zweites Mal. Vier Minuten vor Schluss fällt das 3-0 und ich denke mir der Drops ist gelutscht. Denkste, 8 Sekunden nach dem 3-0 fällt auf der anderen Seite der Anschlusstreffer 3-1 und noch 3 Minuten 30 Sekunden zu spielen. Schwierig aber nicht unmöglich. 90 Sekunden später ist es dann fast soweit, die Wölfe müssen aber bis 13 Sekunden vor Schluss warten bis das 3-2 gelingt. SC Freiburg heißt also der Gegner des S04 im Halbfinale.  Im dritten Halbfinale spielen die Hamburger gegen die Eintracht aus Frankfurt. Nach 70 Sekunden steht es 1-0 für den HSV. Ein Tor, dass zu 100% auf die Kappe des Torwarts geht, da er den Schuss sicher hat, ihm der Ball dann aber noch durch die Beine rutscht. In der Folge haben die Frankfurter noch unzählige Chancen das Spiel zu drehen, erweisen sich aber als unfähig diese zu nutzen. Der Ausgleich bleibt ihnen auch bei ihrer letzten Großchance vierzehn Sekunden vor Schluss verwehrt. Das letzte Viertelfinale ist ein schlechter Witz. Die Zecken dürfen sich mit dem Übergegner Blau Weiß Bilshausen messen. Mit Details zu diesem Spiel verschone ich euch lieber und nenne nur das Endergebnis. Ein 6-1 für die Zecken.
In der Pause, die auf die Halbfinals folgt, verabschieden sich dann noch die Teams aus Wolfsburg, Frankfurt, Eindhoven und Bilshausen brav von den Zuschauern.
Der Nigel Hasselbaink wird zum wertvollsten Spieler des Turniers ausgezeichnet und ich muss sagen, ich wäre richtig glücklich einen Spieler wie diesen in unseren Reihen zu wissen. Er erinnert mich extrem an Jefferson Farfan, was Spielweise und Verhalten betrifft.
Im Halbfinale spielt Schalke nun mit Lars Unnerstall im Tor. Lange Zeit ist es ein sehr ausgeglichenes Spiel. Die Chancen hat der S04, zum Abschluss fehlt das Glück –wie so oft diese Saison. Loheider, Bajric, Jakobs und Co. geben alles, doch der Ball will einfach nicht ins Tor. Die Uhr steht auf 5.00 als Endres die Freiburger mit 1-0 in Führung bringt. Der S04 scheidet im Halbfinale unglücklich aus. Die Jungs haben gekämpft, aber es fehlte das Glück. An einem anderen Tag, wäre es vermutlich anders gelaufen, doch ihr könnt trotzdem stolz auf euch und eure Leistung sein. Vielleicht lag es ja auch an Mirko Slomka, der auf seinem Platz in der Loge, einfach zu nah an eurem Tor war! Wer weiß *zwinker*?
Was im zweiten Halbfinale geschah war allerdings fast noch erstaunlicher. Nach 104 Sekunden liegen die Zecken 1-0 hinten und tun fortan nichts mehr um dies noch zu ändern. Gut, ihr Torwart kassiert 52 Sekunden vor Schluss rot, weil er den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand aufnimmt, aber ihre Spielweise wirkt so als wären sie auf ein weiteres Derby aus und dafür müssen sie nun mal verlieren. Und so kommt was kommen muss. Das Spiel um den 3. Platz heißt Schalke 04 gegen Borussia Dortmund.
Auch hier lassen sich wieder Parallelen zu Partien im Profi Fußball sehen. Es ist eine Minute gespielt als der Schiri den Zecken einen Strafstoß schenkt. Ich könnte ausrasten. Blacha verwandelt. 90 Sekunden später gleicht Danny Blum aber aus. Marcel Jäger sucht in der Manier eines Manuel Neuers, der hier 2004 4 Tore schoss, selbst den Torabschluss, verpasst das Gehäuse seines Gegenübers aber nur knapp. Kurzdarauf liegen die Zecken wieder vorne, wenn doch einer diesen Blacha einfach mal umbolzen könnte! Fabian Gombarek schießt dann zwar noch den Ausgleich, doch 28 Sekunden später ist die S04 Abwehr für einen kurzen Moment nichts weiter als ein Haufe und es steht 3-2 für die schwarz-gelben. Bei den nächsten Chancen fehlt unseren Jungs einfach das Glück. Wie schon im Halbfinale hätten sie das Spiel an einem anderen Tag wahrscheinlich gewonnen, doch so bleibt nur anzuerkennen, dass die Zecken eigentlich das bessere Turnier gespielt haben. Vom Spiel gegen die Bauern, dem Spiel gegen Köln, der Wagner-Oper, der kläglichen Chancenverwertung in Stuttgart und gegen Bielefeld konnte man alles in den Spielen der U19 wiedererkennen. Doch eins haben unsere Junioren öfter gezeigt als die Profis: dass sie nach einer Niederlage zurückkommen können. Eins blieb jedoch wie in der Hinrunde: in den entscheidenden Momenten fehlte uns das Glück.  Auf eine erfolgreiche Rückrunde im Jahr 2004+5!
Das Finale gewinnt im übrigen der SC Freiburg mit 2-1.



 

13.1.09 21:55, kommentieren

Die Winterpause ist vorbei! Mit der U19 beim Mister Lady Junior Cup



2. Tag des Turniers

Um 15.30 Uhr ging es also, nach der Arbeit und einem kurzen Spaziergang mit meinem Hund durch die Ballenhäuser Winterland schafft, auf nach Göttingen. Heute sollten auch endlich die Knappen ins Turnier eingreifen. Zwar fehlen mit Stevanovic, Wiegel und Marvin Pachan gleich drei Leistungsträger unserer U19, aber gegen den Bezirksoberligist Göttingen 05 und den Kreisligisten SVG sollte man sich eigentlich trotzdem durchsetzen können.
Die Fahrt in Richtung Lokhalle verlief gewohnt ereignislos und auf einem der wenigen Parkplätze, wo man umsonst parken kann, war auch noch ein Plätzchen frei. Nachdem ich mich im Bahnhof noch mit einer Tüte Fish&Chips gestärkt hatte, ging es dann auch in Richtung Lokhalle.
 
Als ich die Tribüne betrat, wurde das erste Spiel gerade abgepfiffen.
6:0 gewann der Bovender SV das Duell der Kreisligisten gegen den TSV Seulingen .

Um 16.15 Uhr begann dann sofort das nächste Spiel: JSG Hebenshausen/Werra FC Weser
was in den ersten Minuten sofort auffiel war die kleinliche Regelauslegung des Schiedsrichters. Am 1. Tag des Tuniers hatte es keinerlei Zeitstrafen gegeben, man musste allerdings wahrlich kein Prophet sein um zu wissen, dass sich dies am heutigen Tage ändern sollte. Der FC Weser ging mit 1-0 in Führung, was von den mitgereisten Fans mit sehr viel Jubel gewürdigt wurde. Das darauffolgende 2-0 war keine Überraschung, da die JSG körperlich deutlich unterlegen war. Zwar verkürzte die JSG noch auf 1 : 2, an der Niederlage ändern konnte dies jedoch nichts.

Während des nächsten Spiels, setzten sich auf einmal gelb gekleidete Gestalten mit weinroten Hosen neben mich. Als ich sie genauer musterte, musste ich feststellen, dass es der Feind ist: die U 19 der Zecken. Ich wusste es, dass ich es nochmal bereuen sollte meinen Pulli nicht sofort ausgezogen zu haben: und genau dies war der Moment. Aber ich war ja anderweitig gewappnet: Auswärtssieg von Matthias Berghöfer sollte die Waffe heißen. Da ich das Buch mit der Post zugeschickt bekam und zu Hause noch nicht dazu gekommen war es zu lesen, hatte ich es mit in die Lokhalle genommen. Kaum hatte ich das Buch in meiner Hand und eine der Zecken den Titel gelesen, setzten sie sich drei Reihen höher.
Das Spiel verlief unterdes auf vollen Touren. Die in blau spielenden Seulinger waren durch ein Tor von Habenicht sehr früh in Führung gegangen, konnten dann ihre Führung nicht ausbauen, da der Torhüter der Groner einen Strafstoß parierte. Im Gegenzug glich Grone aus. Hiervon ließen sich die Blauen aber nicht abschrecken. Maximilian Stange schoss die Tore zum 2-1 und 3-1. Hiernach wurde das Spiel etwas ruppiger und es wurde Zeit für die erste Zeitstrafe. Grone spielte von dem Moment an zu viert. Dies konnten die Seulinger nutzen und erhöhten auf  4 : 1
Das nächste Spiel lief dann wie erwartet: Der Landesligist SCW Göttingen I besiegte den Kreisligisten SVG Göttingen 4 : 0. Besonders erwähnenswert an diesem Spiel ist hier eigentlich nur der schöne Hackentrick von Tobias Zak zum 3-0, der von dem Hallensprecher, mit dem tierisch kreativen Spruch: „Ja Zak, der Tobi Zak ist auch Zack“ kommentiert wurde. Zum Ende hin stellte die SVG ihre Abwehrarbeit fast komplett ein und Benjamin Wendt konnte unbedrängt zum 4-0 erhöhen.
17:00 war es inzwischen geworden und die JSG Hebenshausen/Werra und die JSG Nörten lieferten sich ein ausgeglichenes Duell. Es gab gute Chancen auf beiden Seiten und das 1-0 für Hebenshausen nach zweieinhalb Minuten, war nur der Beginn einer interessanten Phase in der Partie. Eine Minute später schepperte es schon im Kasten auf der anderen Seite. In den nächsten Minuten flachte das Spiel immer mehr ab und es war eine große Überraschung, dass 44 Sekunden vor Schluss David Labes die Hebenshäuser noch in Führung schoss. Ergebnis also 2 : 1.
Beim Spiel um 17:15 fing ich schon an aufgeregter zu werden. Hier spielten zwei Teams aus der Gruppe von Schalke. Vor dem Spiel kam es auch zu einem Schiedsrichterwechsel. Der Kick auf dem Kunstrasen ist allerdings mehr als lau. Es wird viel geklammert, gehalten und gefoult. Ein Spielfluss will auf beiden Seiten nicht so richtig entstehen. Der Stadionsprecher ist so gelangweilt, dass er zwischenzeitlich das Allee-Lied einspielt um die Spieler mürbe zumachen. Fünf Minuten vor Schluss gelingt es der Nr. 6 von Red Bull Salzburg dann aber doch den Ball im Kasten des Gegners unterzubringen und es steht 1-0 für den Favoriten in diesem Spiel. In der letzten Spielminute können die Österreicher dann sogar noch durch ein Tor von Rene Zia, dem österreichischen U18 Nationalspieler auf 2-0 erhöhen.
Im Spiel danach griff dann die Truppe aus der Nähe von Lüdenscheid in das Turniergeschehen ein. Als Tabellenführer der A Junioren Bundesliga West sind die Kartoffelkäfer hier angereist und so treten sie auch auf. Sie sind den Nörtenern in allen Belangen weit überlegen. Aber was soll man auch gegen einen Kreisligisten anderes erwarten? Oder wie das kleine Mädchen zwei Reihen hinter mir zu ihrem Papa sagt: „Wahrscheinlich haben die auch lange geübt“. Der Torwart der JSG ist eine einzige Katastrophe: dick und unbeweglich. Vor dem 3-0 patzt er gewaltig und auch bei dem Eigentor 17 Sekunden vor Schluss sieht er sehr unglücklich aus. Das Spiel endet 10-0 für unseren Nachbarn aus der Nähe von Lüdenscheid. Eins muss man den Kartoffelkäfern ja lassen: Fußballspielen gegen Kreisligisten können sie.

 In der Pause machen mein Kumpel und ich uns erstmal in Richtung Bahnhof auf um ein bisschen was zu Essen bzw. in meinem Fall eine Cola zu trinken, die keine 2,50€ kostet, wie jene in der Halle. Die Preise für Essen nehmen sich in der Lokhalle jedenfalls nichts mit jenen in der Arena. Das 8-0 des SC Freiburg über die Truppe aus meinem Nachbarort verpasse ich so. Aber vielleicht ist das ja auch besser.



Die Spieler des FC Basel kämpfen um jeden Ball

 

Um 18:15 spielt JFC Roswitha-Stadt gegen den FC Basel, dem Verein in dem Ivan Rakitic gekickt hat, bevor er zu uns wechselte. Die Roswitha-Städter scheinen ein großes Selbstbewusstsein zu haben, sie sind mit der B-Jugend angereist. Dass sich dies irgendwann rächen sollte, ist klar. Auch wenn die Baseler zu Beginn lustlos wirken, geling ihnen nach vier Minuten das Führungstor. Nur zwei Minuten später verhindert eine Glanzparade des Torwarts des JFC schlimmeres, drei Minuten später, muss er aber trotzdem nach einem Treffer von Stefan Schindelholz hinter sich greifen. Xhaka und Bajic erhöhen in den letzten drei Minuten dann noch auf  0 : 4. Dennoch lassen sich die Spieler des JFC von den mitgereisten Fans weiter feiern.  
Das nächste Spiel ist dann deutlich ausglichener. Der Kreisligist Bovender SV verkauft sich vor heimischem Publikum gar nicht mal schlecht. In der Abwehr stehen sie sehr geordnet und haben nach zweieinhalb Minuten das Glück des tüchtigen als der Ball nach einem Schuss durch die Beine des Torwart nicht den Weg über die Torlinie findet. Nach viereinhalb Minuten steht es dann allerdings 1-0 und eine Minute später köpft der Bremer Nicolaj Straeter den Ball ins Eck. Fünf Minuten vor Schluss gelingt den Bovendern der Anschlusstreffer zum 2-1. Torschütze ist die Nr. 10 Torben Benseler, der den Ball Volley ins Tor der Bremer zimmert. In der Folge erhöht Bremen auf 4-1. Benseler gelingt  30 Sekunden vor Schluss noch der Anschlusstreffer zum Endstand von 4-2 für Werder.
Danach muss ich dann wieder die Kartoffelkäfer spielen sehen. Na ja, wenigstens spielen sie in weinroten Trikots, da ist die Augenkrebsgefahr nicht ganz so hoch. Auf den Plätzen hinter mir singt jemand Lobeshymnen auf die Spielweise der Kartoffelkäfer, die zugegebenermaßen wirklich gut ist, anhören möchte ich mir das aber trotzdem nicht. Nach dreißig Sekunden liegen unsere schwach-gelben Nachbarn auch schon mit 1-0 in Führung. Lange Zeit kann Roswitha-Stadt dieses Ergebnis halten, Sechs Minuten vor Schluss beginnt dann aber der Torreigen der Zecken, wobei sich die Roswitha-Städter noch eine zwei Minuten Zeitstrafe einhandeln. Blacha bleibt nach seinem zweiten Tor verletzt liegen und muss ausgewechselt werden. Endergebnis ist 7-0. Wie dämlich die Fans der Zecken sind, offenbart sich mehr als deutlich auf der Tribüne als ein fünfjähriges Kind mit Kuranyi-Trikot von einigen Zecken angepöbelt wird. Auf den Spruch: „Du willst dich also mal mit jemandem mit deiner Reife duellieren.“, kann die Zecke aber nichts mehr antworten und hört mit dem Gepöbel auf.
Das nächste Spiel ist Red Bull Salzburg gegen SCW Göttingen I.Schalkes Gruppe und noch 90 Minuten bis Schalke in das Geschehen eingreift. Das Spiel ist zu Beginn sehr ausgeglichen. Nach drei Minuten geht SCW in Führung. Torschütze ist Benjamin Wendt. Vierzig Sekunden später zappelt der Ball im Tornetz auf der anderen Seite. Torschütze ist wieder Rene Zia. In der Folge geht Salzburg durch Tore von Peszmeg, Langhofer und einem Eigentor mit 4-1 in Führung. Den Anschlusstreffer kann Benjamin Wendt noch für sich verbuchen, mehr war aber nicht möglich.

Nach dem 6-0 Sieg des FC Basel über die JSG Nörten ging es dann noch einmal in Richtung Bahnhof: nocheinmal  etwas trinken. Bis 19.45 Uhr ist ja schließlich Pause. Im Herausgehen fiel mir dann auch ein bekanntes Gesicht auf, einer meiner Mitfahrer nach Cottbus stand mit Nordkurven Schal vor der Halle und grüßte kurz als ich die Hand hob. So sieht man sich also mal wieder.
Nach der Pause, um19:45 hatten dann unsere Nachbarn wieder einen Auftritt. Eine weitere regionale Kreisligamannschaft wartet auf ihre Demütigung. Nach zwei Minuten steht es 1-0 für die Zecken, obwohl die FC’ler tief in der eigenen Hälfte stehen. Die weiteren Treffer der B-Russen erzielen Evers, 2x Drobe, 2x Blacha, Sobich, 2x Stiepemann, Senci und ein Spieler des FC. Immerhin schaffte es der FC Weser ein Tor zu erzielen.

Um 20.00 Uhr kommt es dann zu einem ersten Duell zwischen zwei überregionalen Teams. SV Werder Bremen, der Titelverteidiger trifft auf das Team aus dem Breisgau, den SC Freiburg. Das Spiel macht zunächst der SC Freiburg, die Chancenverwertung des SC ist allerdings ziemlich schlecht und die Bremer lauern auf Konter. Nach zwei Minuten ist ein solcher erfolgreich und der Bremer Coil darf das 1-0 für sein Team bejubeln. Zweieinhalb Minuten später steht es 2-0 und drei Minuten vor Schluss erscheint ein 5-0 auf der Anzeigetafel. Auf den Rängen feiern sich derweil die Ultras Bilshausen selber und wedeln mit blau-weißen Luftballons  hin und her. Der Block bebt. Die Breisgauer können in der Folge zwar noch auf 5-2 verkürzen. Kurz vor Schluss verwandelt die Bremer Nr. 10 Zengin den Strafstoß nach einem Foul an Madjid Albry zum 6-2.

Als nächstes folgt das von der Stimmung her beste Spiel des Abends. Die Ultras Bilshausen singen und unterstützen ihre Mannschaft. Nach zwei Minuten geht der HSV dennoch 1-0 in Führung. Der Ausgleich folgt 56 Sekunden später und wird laut bejubelt. Es ist eine intensiv geführte Partie. Von den Ereignissen auf dem Rasen lenkt ein Handgemenge im Ultra Block allerdings ab. Der Sicherheitsdienst stürmt nach oben und nimmt zwei Leute mit, derweil hat Bilshausen die Chance 2-1 in Führung zu gehen, kassiert im Gegenzug aber das 1-2. Dreieinhalb Minuten vor Schluss erhöht Kristian Böhnlein mit seinem zweiten Tor in diesem Spiel zum 3-1 für den HSV. Moralischer Sieger in diesem Spiel ist allerdings der Bezirksoberligist.  
Nun fing mein Herz wie wild zu klopfen an, die Winterpause ist unterbrochen, mein Puls bei 180. Schalke spielt! Nach zwei Minuten schießt uns Julian Jakobs in Führung. 40 Sekunden später hätte es auch 2-0 stehen können, der Ball schlägt allerdings 10 cm neben dem Pfosten ein. Dreißig Sekunden später steht es 2-0. Torschütze ist Emir Ferati. In der Folge tun sich die Knappen allerdings schwer. Irgendwie merkt man doch, dass neben den drei Spielern, die mit dem Profis im Trainingslager sind, noch vier weitere Spieler verletzt fehlen. Es will kein richtiger Spielfluss aufkommen. Fehlpässe im Mittelfeld sind nicht selten. Nach sechs Minuten erlöst mich Timo Bauer aber mit seinem Treffer zum 3-0. Zwanzig Sekunden später kracht der Ball dann aber schon an das Gehäuse auf der anderen Seite, Pfosten! 40 Sekunden später erhöht Julian Jakobs auf 4-0. Die restlichen fünf Minuten läuft dann nicht mehr viel zusammen, die Jungs werden kaum gefährlich und wirken wenig bissig, verhindern aber, dass der Gegner irgendwelche zwingenden Aktionen vorweisen kann. Der Endstand ist 4-0 gegen den Kreisligisten SVG.
Im Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem Offenburger FV steht es früh 2-0 für die Eintracht, dennoch ist es alles in allem viel Herumgekicke im Mittelfeld. Das Spiel endet mit einem 5 : 0 Sieg für die SGE. Torschützen sind 2x Aliki, Pokar, Vollhardt und Fiege. Um 21.00 Uhr gucke ich dann mein letztes Spiel an diesem Abend, das mit einem Sieg für den Favoriten FC Kopenhagen endet. 4-0 gewinnt das Team aus Dänemark gegen den TSV Seulingen. Torschützen sind: Erdem, Aqil, Geertsen und Knudstrup.
Optimistisch und tierisch müde ging es dann nach Hause. Beim besten Willen, ich hätte mir selbst wenn es die Pause nicht geben hätte, kein weiteres Spiel angucken können und so saß ich dann glücklich im Auto. Der S04 war mit einem Sieg in das Turnier gestartet und das ist alles was mich interessiert. Das zweite Spiel sollten die Jungs auch ohne mich gewinnen können. Zu Hause hieß es dann die geschossenen Fotos auf den PC zu ziehen.
 21:30 FC Kopenhagen FC Grone 5 : 0
21:45 Hamburger SV PSV Eindhoven 1 : 2
22:15 SC Hainberg Eintracht Frankfurt 2 : 7
22:30 PSV Eindhoven 1.FC Werder Münden 5 : 0
22:45 Offenburger FV SV BW Bilshausen 1 : 1
23:00 SVG Göttingen RSV Göttingen 05 1 : 8
23:15 SV BW Bilshausen SC Hainberg 3 : 0

3. Tag des Turniers
Der nächste Morgen begann dann recht früh. 8.30 Uhr und das gleich mit einer schlechte Laune: Als ich die Zeitung reinholte, musste ich im Sportteil gleich folgende Schlagzeile lesen:
Bundesligist Schalke 04 stolpert über RSV 05

Meine Knappen hatten also 2-1 gegen den Bezirksoberligisten verloren.
Zugegebenermaßen war meine Laune hiernach total im Keller. Auch wenn Stefanovic, Wiegel und Pachan drei Leistungsträger fehlen, so sollte man trotzdem nicht gegen Göttingen 05 verlieren. Auch die vier weiteren Verletzten können nicht der Grund dafür sein. Das Frühstück schmeckte dann auch nur halb so gut. Das Aus in der Vorrunde droht. Das wäre das worst-case Szenario, eine totale Blamage, aber hingefahren bin ich dann trotzdem, viel schlimmer als die 80 Minuten 0-0 gegen Cottbus diese Saison kann das ganze auch nicht sein.
Das Spiel um 10.00 Uhr sehe ich nicht von Anfang an. Die Bremer gewinnen 7-0 gegen den FC Grone.
Das erste Spiel von Anfang an sollte dann also Kopenhagen gegen die Mannschaft aus meinem Nachbarort sein. Das dänische Team ist in allen Belangen überlegen und es dauert keine zwei Minuten bis ein 1-0 steht. Die Ränge füllen sich so langsam, Kinder in Zeckentrikots sitzen neben ihren Freunden in Hoppenheim Trikots, woanders sitzen Schalker, die Fans der Heimmannschaften oder in neutraler Kleidung.  Eineinhalb Minuten nach der Führung erhöht Moren Thomsen,  U17-Nationalspieler, auf 2-0. Die darauf folgende Phase ist ruhiger, der Torwart der Gleichner kann sogar einmal mit einer guten Parade vor dem 3-0 bewahren. Dreißig Sekunden später ist er aber machtlos, als Jesper Christiansen ein weiteres Tor für den FC Kopenhagen schießt. Es dauert keine vierzig Sekunden bis der Ball wieder im Netz der Gleichener zappelt. Kopenhagen hat den Kreisligisten im Griff, wechselt kurz vor Schluss sogar den Torwart aus und gewinnt durch ein Tor in letzter Sekunde durch Morten Thomsen mit 8-0. Aber im Grunde war mir der Ausgang des Spiels vollkommen egal.


Als nächstes sollte nämlich der S04 auf dem Platz stehen. Die Jungs spielen gegen den Niedersachsenligisten SCW Göttingen. Nach drei Minuten zappelt der Ball im Tor der Göttinger. Das Tor zählt allerdings aus irgendeinem Grund nicht. Während sich unsere Jungs auf dem Platz eine ziemliche Grütze zusammenspielten und in der nächsten Zeit wenig zwingende Chancen herausarbeiten konnten, höre ich von meinem Nebenmann, dass sich der Trainer im NDR heute morgen kritisch darüber geäußert hat, dass Pachan, Stevanovic und Wiegel nicht mit zum Turnier gefahren sind, und ich denke nur, ja das ist Schalke. Von den Leuten um mich rum höre ich schon Sprüche wie „Das Spiel geht 0-0 aus“, bis Fatmir Ferati den Ball zweieinhalb Minuten vor Schluss den Ball im Tor der Göttinger unterbringt. Eine Minute später kann dann unser Spieler mit der Nr.10 Timo Brauer den Torwart überwinden. Den Schlusspunkt setzte Sebastian Czajkowski sechs Sekunden vor Schluss. Nach beschwerlichem Beginn hatte es die Jungs noch geschafft sich abzusetzen. Gott sei Dank! Aller Kummer über die Niederlage gestern war bei mir wie weggewischt, aber skeptisch war ich natürlich immer noch, da wir ja nur gegen eine regionale Mannschaft gespielt hatten und Salzburg und Wolfsburg immer noch auf uns warteten.
Das nächste Spiel ist mir dann herzlich egal. Die Bremer gehen schnell in Führung und schießen Seulingen dann in gewohnter Manier ab. Torschützen beim 5-0 von Werder sind: Luge, 3x Fazlic und Aktas. Das nächste Spiel nutzte ich dann für einen kleinen Rundgang durch die Halle. Am Netz hinter einem der Tore erblickte ich einen kleinen blonden Jungen mit einem Trikot unserer Nr. 11: Peter Lövenkrands und zum ersten Mal bin ich richtig traurig, dass es Peter nicht mehr geschafft hat sich bei uns durchzusetzen. Er war ein feiner Kerl. Ich wünsche ihm jedenfalls alles erdenklich Gute. Auf dem Weg in Richtung Südtribüne kommen mir die Spieler vom HSV entgegen, die zu meinem Erstaunen nicht größer sind als ich. Das Spiel gewann Freiburg 7-2 gegen Bovenden.
Um 11.15 Uhr startete dann die JSG Hebenshausen druckvoll in ihr Spiel gegen Basel –hinten standen sie allerdings offen wie ein Scheunentor und so wunderte es mich wenig als sie sich nach einer Minute und 18 Sekunden schon ein Tor gefangen hatten. Xherdan Shaqiri hatte sich gegen die Hintermannschaft durchgesetzt und netzte den Ball ein. 80 Sekunden später zappelt der Ball wieder im Netz: 2-0 durch Fatih Dogan. Während das Spiel der Baseler sich auf das nötigste beschränkt, geht mir der Support der JSG tierisch auf den Geist: fortwährende Getrommel ohne jegliche Rufe geht. Das haben die Anhänger der Bilshäuser gestern viel besser gemacht. Trommeln kann jeder!. Zum Glück wird es ruhiger als zwei Minuten nach dem 2-0 Shakiri noch einmal einnetzt. Taulant Xhaka erhöht fünf Minuten vor Schluss noch einmal, bevor Marko Bicvic zum 5-0 entstand verwandelt. Ein weiterer Favoritensieg, bislang haben nur wir uns blamiert.
In der folgenden Partie gewinnt der HSV 2-0 gegen Offenburg durch und Eintracht Frankfurt schießt im Anschluss Münden mit 7-0 vom Feld.  Um 12.00 Uhr ist dann wieder ein Spiel in der Gruppe der Knappen. SVG spielt gegen Wolfsburg. Nach 36 Sekunden steht es 1-0 für die Wölfe. Torschütze ist Andre Fomitschow, der dreißig Sekunden später ein weiteres mal einnetzt. Drei Minuten später verwandelt Maximilian Ahslwede nach einem Einwurf. Zwei Minuten später erhöht Oliver Kragl auf 4-0, wobei der Torwart der SVGler echt eine Katastrophe ist. Als Fomitschow zwei Minuten vor Schluss auf 8-0 erhöht, hat er bereits 3 Bälle durch die Hosenträger bekommen. Vier Sekunden vor Schluss setzt Pascal Thomsen mit dem 9-0 den Schlusspunkt. Wolfsburg spielte effektiv und ließ keine Chancen des Gegners zu. Nach diesem Spiel steht der S04 auf Rang 4 in der Gruppe.

In der Partie danach deklassiert Freiburg die Groner. Der Führungstreffer fällt schon nach 30 Sekunden. Danach fallen Tore im Minuten-Takt. 11.55 Sautner 2-0, 9.23 Durak 3-0, 8.31 Sautner 4-0, 7.49 Sautner 5-0. Fünfunddreißig Sekunden nach dem 5-0 gelingt dem Groner Geisler der Anschlusstreffer, in der Folge schießt aber Tobias Klein mit vier Toren die Breisgauer fast im Alleingang zum Sieg. Zum Schluss darf selbst der Torwart nochmal ein Tor schießen und Manuel Herr lässt seinen Kollegen auf der anderen Seite schlecht aussehen. Das Schützenfest guckte sich S04 U19 Trainer Elgert von der Tribüne an, neben ihm sitzt eine blonde Dame, die ihn das gesamte Turnier über begleitet. In der darauf folgenden Pause machten sich unsere Nachbarn aus der verbotenen Stadt wieder in ihren Maja-Trikots warm. Um mir das Übel nicht allzu lange angucken zu müssen, machte ich mich auf dem Weg zum Getränkestand. Nach der Pause schossen sich unsere Nachbarn dann so richtig warm. 9-0 besiegten sie die völlig überforderte Mannschaft von der Werra. Schon während des Spiels stieg mein Puls ins unermessliche, was aber wahrlich nichts mit dem Spiel zu tun hatte.

Als nächstes sollte der S04 auf Sparta, deren Spieler zum Großteil schon in der 1. Mannschaft in der Bezirksoberliga spielen, treffen. Die Jungs wirken jetzt ein wenig strukturierter als in den Spielen vorher und nach 90 Sekunden bringt Julian Jakobs den S04 in Führung. Weitere 90 Sekunden später scheppert es allerdings auf der anderen Seite. Danach ist das Spiel lange ausgeglichen. Fünf Minuten vor dem Ende hält uns Marcel Jäger(?) mit einer sehr schönen Parade im Spiel und im Gegenzug verwandelt Julian zum 2-1. Die Jungs kriegen einen kleinen Lauf und David Loheider erhöht zum zwischenzeitlichem 3-1. Doch unsere U19 wäre nicht Teil des Vereins, wenn es nicht nochmal spannend werden sollte. Vierzig Sekunden nach dem 3-1 schießt Saciri die Göttinger wieder ran. Alle Torchancen die sich danach ergeben, werden kläglich vergeben oder stark vom Torwart geklärt. Als die Schlusssirene ertönt ist mir das alles jedoch egal.

Aus zuverlässiger Quelle erfahre ich auch während des Spiels, dass der Trainer über die Niederlage gestern wesentlich erzürnter war als die Spieler. Nachdem sie im Mannschaftsbus auf der Fahrt zum Hotel schon wieder bester Laune waren, war er so wütend, dass sie nach Ankunft am Hotel noch fünfmal um das doch recht große Hotel laufen mussten, bevor er sie rein gelassen hat. Ich musste doch ein wenig schmunzeln bei dem Gedanken daran: wenn Fred Rutten dies nach Spielen wie in Köln oder Leverkusen angeordnet hätte. Als erzieherische Maßnahme war das ganze jedenfalls nicht schlecht.
Im Anschluss machte Werder wieder von sich reden als sie gegen Gleichen mit 6-0 gewinnen. Die Zecken hinter mir machen sich derweil über den zugegeben etwas übergewichtigen Torwart der Gleichener lustig gemacht, der an ca. 100% aller Tore in diesem Spiel eine Mitschuld trug, da seine Reaktionszeit in etwa der eines Betrunkenen entsprach. Im Anschluss spielte Freiburg gegen Seulingen. 10-1 war das Endergebnis.
Im nächsten Spiel trifft der HSV auf Werder. Dies ist allerdings kein Nordderby, da diesmal Werder aus dem Ort kommt, wo die Weser entsteht und nicht aus der Hansestadt. Münden hat keine Chance und nach 90 Sekunden steht es schon 1-0. Eine der zahlreichen Zecken auf den Tribünen bemerkt süffisant: „Irgendwie ist mir das ein bisschen zu viel blau“. Der HSV spielt in seinen blau-schwarzen Auswärtstrikots und gibt in diesem Spiel eine sehr gute Figur ab. Zwei Minuten später steht es 2-0 und eine Minute später legt Hyeok zu seinem zweiten Treffer auf. Die weiteren Treffer erzielen Son und zweimal Lam.
Die nächste Partie heißt Blau Weiß Bilshausen gegen Frankfurt und beginnt mit einer riesigen Überraschung. Nach zwanzig Sekunden gehen die Blauen, deren Vereinswappen ein wenig wie das der TSG Hoffenheim aussieht, mit 1-0 in Führung. Während des Spiels darf ich den philosophischen Sätzen der Zecken hinter mit zuhören. Sie würden es ja gar nicht in Ordnung finden, dass einige „armselige Zecken“(wie sie es wortwörtlich sagten) bei einem Jugendturnier wie diesem Schmährufe wie „Ein lebenlang ….“ singen würden. Ich denke mir meinen Teil, erinnere mich an das letztjährige Finale im Westfalenpokal und verfolge das Spiel weiter. Vier Minuten lang kann der Außenseiter sich gegen die Frankfurter behaupten bis dann schließlich der Ausgleich fällt. Zwei Minuten später kommt es erneut zu Glücksgefühlen auf Seiten der Bilshäuser: 2-1 durch Michael Geile. Im direkten Gegenzug fällt aber schon der Ausgleich und allmählich geht den Bilshäusern die Puste aus. In den letzten 5 Minuten kassieren sie 5 Tore und verlieren am Ende noch mit 2-7.
Die Partie des FC Basel gegen den FC Weser im Anschluss ist dann eine klare Sache, obwohl die Spieler mal wieder beweisen, dass sie nicht alle Regeln beherrschen, als ein Spieler der Baseler einen Freistoß direkt verwandelt. Das Tor zählt selbstverständlich nicht. Die sieben Treffer der Baseler schießen Shaqiri, Dogan, Bajlic, Aratore,Dinkel und Xhaka. Ähnlich ergeht es den Bovendern, die gegen die Mannschaft des FC Kopenhagen keine Chance haben. Es gelingt ihnen beim Stand von 4-0, vier Minuten vor Schluss lediglich der Ehrentreffer.

Nun wird es wieder laut auf den Rängen. Die 96er treffen auf die Mannschaft aus der Nähe von Lüdenscheid. Beide Mannschaften sind sehr engagiert und das erste Tor schießt ein „alter“ Bekannter: Gerbi Kaplan. Ich war extrem überrascht ihn in der Mannschaft der 96er zu sehen, da ich ihn seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte. Beide Mannschaften haben ihre Chancen, aber lediglich die Zecke David Blacha kann den Ball fünf Minuten vor Schluss im Tor unterbringen. Eine Minute später wird es wieder gefährlich im Strafraum der Roten und man weiß sich nicht anders zu helfen als mit einem Foul. Der Schiri gibt Neunmeter, den Tim Hermes dann auch verwandelt. In der Folge sind die Roten zwar die engagiertere Mannschaft, kann aber die Chancen nicht nutzen. In der letzten Minute schinden dann die Zecken nur noch Zeit! Das ist alles andere als sportlich und so wird diese Aktion auch mit Pfiffen und Buh-Rufen aus dem Publikum bedacht. „So macht man sich keine Freunde“ sagt der Mann neben mir und recht hat er.

Nach dem Schlusspfiff ist mein Puls aber schon wieder bei 180. Unsportliches Verhalten hin und Sieg der Zecken her: Jetzt spielt Schalke! Zum ersten Mal geht es gegen einen Gegner, bei dem man sich nicht zum Affen macht, wenn man verliert: Red Bull Salzburg. Wie immer mache ich mir schreckliche Sorgen darüber, dass meine Knappen verlieren könnten. Ein Ausscheiden in der Vorrunde wäre mehr als peinlich, gerade wenn ich an die vielen Zecken in der Halle denke.
Aber schnell stellt sich heraus, dass meine Schalker auch anders können, wenn sie wollen. Es ist eine Minute gespielt als Danny Blum die Blau-Weißen in Führung schießt. Die Zecken hinter mir meinen in ihrer bekannt lustigen Art: „Die Torhüter von Schalke sind alle kleine Manuel Neuers. Wo die immer die Torhüter herkriegen möchte ich echt mal gerne wissen“ Fünf Minuten vor Schluss erhöht David Loheider auf 2-0 und langsam löst sich auch der Knoten in meinem Bauch. Wir gewinnen! Bei einem Zweikampf im Mittelfeld, bei dem Julian Jakobs gefoult wird, entscheidet der Schiri auf Freistoß für Red Bull. Dieser Entscheidung folgte ein lauter Ruf in Richtung Schiri, der sich auf der Tribüne sehr nach einem: „hijo de puta“ anhörte. Was die Großen können, können die Kleinen auch. Selbst unser Torwart trifft das Tor: Offensives Torwart spielt nennt sich sowas, leider hat er nicht geschossen, sondern abgeworfen. Für ein weiteres Tor sorgte dann allerdings Julian Jakob, der einunddreißig Sekunden vor Schluss auf 3-0 erhöhte. Die Knappen haben in diesem Spiel wirklich überzeugt, zweikampfstark und mit dem nötigen Biss, machten sie das elende Gewürge im Spiel gegen 05 und Sparta vergessen.
Auf dem Rückweg vom Getränkestand, den ich in der Pause aufgesucht hatte, kamen mir dann zwei Zecken entgegen, wie ich sie mir immer vorgestellt habe als ich klein war: Dick, aufgequollenenes Gesicht und eine fiese Visage. Leider musste ich während des Turnieres feststellen, wie viele es davon hier in der Stadt gibt. Am Trikotstand neben dem Bierstand konnte man sich als Zecke sogar mit einem Trainingsanzug eindecken, wenn man dafür Geld verschwenden wollte, aber nicht ein einziges S04-Trikot hatten sie im Angebot. Eine Frechheit!
Im nächsten Spiel trifft Freiburg auf den FC Kopenhagen. Das Team aus dem Breisgau ist von Anfang an drückend, das Team aus der dänischen Hauptstadt sieht nicht gut aus. Ideenlos und in die Defensive gedrückt können sie nur reagieren. Nach zweieinhalb Minuten steht es schon 2-0. Jetzt wachen die Jungs mit dem Schriftzug Carlsberg auf der Brust auf, bis sie fünfeinhalb Minuten vor Schluss eine Zwei-Minuten Zeitstrafe hinnehmen müssen. Eine Minute und fünfzig Sekunden später schießt Dzenan Durak das 3-0. In der Folge spielen die Dänen mit fünf Feldspielern, die die Niederlage aber auch nicht abwenden konnten. Am Ende steht es 6-0 für die deutsche Elf.
Im Anschluss daran kam es dann zu einem Duell zweier Bundesligisten: Die SGE trifft auf den HSV. Keine 30 Sekunden sind gespielt, da steht es 1-0 für den HSV.“Man sind die Frankfurter schlecht“, höre ich jemanden in meiner Nähe sagen. Dem muss ich zustimmen, der HSV spielte in diesem Spiel aber auch nicht besser. Während der gesamten Spielzeit gab es kaum Torchancen, dafür um so mehr Geplänkel im Mittelfeld. Während der letzten Spielminute wurde man dann mit dem Schäfer lied beschallt, und kaum klangen die Zeilen „und wenn ich auch ein Schäfer bin“ durch die Halle, so wurde der HSV munter. Sechs Sekunden vor Schluss schießt Zhi Gin Lam den Siegtreffer.
An der Bande warten als die Schlusssirene ertönt schon wieder schwarz-gelbe Gestalten und auch das „Lüdenscheid ist wunderbar“ –Lied hallt durch die Halle. Gegner ist diesmal der ehemalige Club von Mladen Petric und Ivan Rakitic: FC Basel. Die ersten Minuten sind wenig interessant, die erste nennenswerte Chance können dennoch die Zecken für sich beanspruchen. Dennoch gehen die Schweizer nach vier Minuten und vier Sekunden mit 1-0 in Führung. Eine Minute später zappelt der Ball wieder im Netz: 2-0 durch Aratore. Dieses Spiel verläuft nach meinem Geschmack, denke ich mir als achtzig Sekunden später der Torwart der Zecken schon wieder hinter sich greifen muss und vierzig Sekunden später noch einen Ball aus seinem Tor fischt. Endlich haben die Zecken mal eine Klatsche gekriegt denke ich mir, doch dann zappelt der Ball auf einmal im Netz der Schweizer und vierzig Sekunden später tunnelt die Zecke Stiepemann dann auch noch den Torwart der Schweizer. Diese können das 3-2 aber über die Zeit retten und bescheren dem BXB seine erste Niederlage im Turnier.
Im Freudentaumel wird meine Sichtweise auf das nächste Spiel auch um einiges positiver: Schalke- Wolfsburg heißt die nächste Partie. Nach dreißig Sekunden steht es 1-0 durch Julian „Fußballgott“ Jakobs, der bislang ein richtig starkes Turnier spielt. Im Gegenzug rettet unser Torhüter mit dem Kopf vor dem Ausgleich. Die Jungen spielen einen richtig guten Ball und die Wolfsburger haben wenig Chancen ihr Spiel aufzuziehen. Dreieinhalb Minuten nach Beginn der Partie knallt der Ball an die Latte, vierzig Sekunden später kann ihn Timo Brauer dann aber tatsächlich im Tor unterbringen. Schiedsrichter Pfeifer leitet die Partie ordentlich, der S04 begnügt sich ein paar Minuten lang damit den Ball im Mittelfeld zu halten, bis unser Torwart selbst mal einen Schussversuch abgibt, der nur knapp am Tor vorbei geht. Eine Minute später erhöht Julian Jakobs auf 3-0. Im Gegenzug schießt der Wolfsburger Petry aber den Anschlusstreffer. Zweiunddreißig Sekunden vor Schluss darf sich dann aber noch David Loheider in die Torschützenliste eintragen. Es bleibt beim 4-1 Endstand. Trotz eines holprigen Starts werden die Jungs noch Gruppensieger!
Mit einem Lächeln auf den Lippen kann ich mir nun auch das nächste Spiel angucken. FC Kopenhagen- Werder Bremen
und auch bei diesem Spiel trifft die Feststellung was die Großen nicht können, kriegen die Kleinen auch nicht hin wieder ins Schwarze. Werder Bremen steht hinten offen wie ein Scheunentor und nach dreieinhalb Minuten steht es 1-0 für die Dänen, dreißig Sekunden später legt Christian Geertsen mit einem weiteren Treffer nach. Die Carlsberg-Mannschaft ist überlegen und Werder weiß sich nicht anders als mit Fouls zu helfen, was eine Zwei-Minuten Zeitstrafe zur Folge hat. Werder kann keinen Druck aufbauen, der FC Kopenhagen agiert und Saban Özdogan kann 32 Sekunden vor dem Ende sogar noch auf 3-0 erhöhen.
Im Anschluss folgt die Partie PSV Eindhoven gegen Eintracht Frankfurt. Dieses Vergnügen werden die Profis der SGE in absehbarer Zeit war nicht mehr haben, aber ihre A-Jugend schlägt sich insgesamt wacker gegen die Mannschaft aus den Niederlanden. Die ersten Minuten verschläft die Eintracht allerdings komplett. 11.46 verbleiben auf der Spieluhr als Jason Bourdouxhe den PSV in Führung bringt. In der folgenden Phase ist die Eintracht ideenlos. Es braucht eine Aktion um die Mitspieler wachzurütteln muss sich einer denken und schlägt dem gegnerischen Torwart den Ball aus der Hand. Dreißig Sekunden nach dieser Attacke zappelt der Ball im Tornetz: 1-1 durch ein Tor von Alikhi. Die Eintracht kämpft, der PSV ist technisch stärker und gewinnt mehr Zweikämpfe im Mittelfeld. 54 Sekunden vor Ende haut Nigel Hasselbank den Ball ins Tor. Von dem werden wir glaube ich noch was hören denke ich mir, als 10 Sekunden später der Ball im anderen Tornetz zappelt. Jeder rechnet schon mit einem unentschieden, doch acht Sekunden vor Schluss haut Max Fiege den Ball noch ins Gehäuse des Gegners. Eintracht Frankfurt- PSV Eindhoven 3-2. Ein Ergebnis, das mir in nächster Zeit wahrscheinlich nicht wieder begegnet.
Das letzte Spiel, das ich mir an diesem Tag dann noch angucke soll Hannover 96 gegen den FC Basel sein. Zweiundzwanzig Sekunden sind gespielt da schießt Xherdan Shaqiri das Führungstor für Basel. Zwei Minuten später rettet ein Feldspieler der 96er auf der Linie und bewahrt sein Team vor schlimmerem bis dann eine Minute später Mehmet Ari durch eine gute Einzelaktion das Ergebnis egalisiert. Beide Teams haben in der Folge immer wieder gute Chancen. Drei Minuten vor dem Ende kann Hannover dann eine Chance tatsächlich nutzen: 2-1. Der Göttinger Gerbi Kaplan kann sein Team in Führung bringen. Diese hält allerdings nicht allzu lange und  Marco Aratore bringt mit einem Seitenfallrückzieher sein Team wieder ran.
Hier nach ist es auch genug mit Fußball und ich lasse mich vor der Halle abholen. Die weiteren Ergebnisse an diesem Abend:
SC Hainberg Hamburger SV 0 : 11
VfL Wolfsburg Red Bull Salzburg 2 : 1
JSG Nörten Hannover 96 1 : 5
PSV Eindhoven Offenburger FV 3 : 2
FC Weser JFC Roswitha-Stadt 1 : 3
RSV Göttingen 05 Sparta Göttingen 2 : 4
Zuhause angekommen erfahre ich auch welche Teams in der Zwischenrunde auf meinen S04 warten: Die Zecken und der FC Kopenhagen.
Irgendwie ist mir aber auch sehr unwohl bei dem Gedanken an die Gelb-Schwarzen: Super gespielt haben sie bislang nämlich! Das muss man auch als Schalker zugeben.

4. Tag des Turniers
Es ist Sonntag der 11.01.2009. Als mein Wecker um 7.30 Uhr klingelt ist mir total übel. Ich habe vom Derby geträumt: von jenem Derby, das uns 2007 die Meisterschaft gekostet hat. Ein ganz schlechtes Zeichen für den heutigen Tag. Auch beim Frühstück mag ich mein Nutellabrot nicht so recht runter kriegen. Mir ist richtig schlecht und am liebsten würde ich mich wieder ins Bett legen und eine Runde schlafen. Aber es hilft nichts, Schalke spielt, da muss ich hin.
Das erste Spiel an diesem Tag findet vor fast leeren Rängen statt. Um 9.00 Uhr früh haben sich die meisten Zuschauer wohl noch nicht in die Lokhalle gefunden. Selbst die Spieler von Eintracht Frankfurt kamen erst nach mir, die Schalker waren noch gar nicht angekommen.
Vor dieser bedrückenden Kulisse müssen die Teams von Roswitha-Stadt und Göttingen 05 um den Einzug ins Viertelfinale spielen. Die Mannschaften sind gleichwertig und auf die 1-0 Führung von 05 folgt postwendend der Ausgleich. Zeit mich ein wenig umzugucken habe ich allemal und auf der Tribüne erspähe ich schon eine Familie, bei der wohl bei der Erziehung des Nachwuchses vieles falsch gelaufen ist. Die Eltern tragen beide S04-Trikots, während der ca. sechsjährige Junge in schwarz-gelben Lumpen gekleidet ist. Ich glaube, wenn ich das gewesen wäre, hätte ich mich Kinderheim oder ähnlichem rechnen müssen. Aber bis auf die Schwärmerei für Lars Ricken, habe ich für die Zecken nie viel übrig gehabt.  Das Spiel ist eigentlich schon gelaufen als acht Sekunden vor Schluss der Ball im Netz der Roswitha-Städter flattern sollte. 2-1 für 05. Die grünen feiern, während der Torwart weinend auf dem Boden liegt.
Das zweite Spiel ist dann auch schon schwarz gelb gegen blau weiß: Der Bovender SV spielt gegen den SV BW Bilshausen. Sonderlich interessant ist das Spiel nicht und dann geht zu allem Überfluss schwarz gelb auch noch mit 1-0 in Führung. Eine Minute später können die blau weißen dann aber ausgleichen. So richtig freuen kann ich mich darüber aber nicht, und auch über den direkt verwandelten Freistoß der Bilshäuser muss ich mich doch sehr wundern. Eine Minute später kassieren sie auch das nächste Tor. Eine Minute vor Schluss gelingt der Ausgleich, doch das Unentschieden sollte ihnen nicht gegönnt sein. Drei Sekunden vor Schluss gehen die schwarz-gelben mit 3-2 in Führung. Ein weiteres schlechtes Omen: na das kann ja heiter werden denke ich mir.
Das nächste Spiel ist dann ein echtes Spitzenspiel: Werder Bremen trifft auf den PSV Eindhoven. Der PSV, den ich in den vergangenen Partien nicht so stark wie gedacht fand, besonders die Nr. 7 Nigel Hasselbaink spielt gewaltig und bringt sein Team nach zwei Minuten und zehn Sekunden mit 1-0 in Führung. Vierzig Sekunden später steht es nach einem Ballverlust im Mittelfeld, bei dem der Torwart der Bremer zu weit vorgerückt war 2-0 für den PSV. Die Bremer können zwar zwischenzeitlich auf 1-2 verkürzen, müssen dann aber ihre zahlreichen Fehler in der Defensive mit zwei weiteren Gegentoren bezahlen. Die Frustration über die Niederlage verleitet einen Spieler sogar vier Sekunden zu einem Foul, das zu einer Zeitstrafe führt. An der verdienten Niederlage ändert dies jedoch wenig.  
Die nächste Chance sich zu beweisen haben im Anschluss an diese Partie die Mannschaften von Salzburg und Frankfurt. Doch die „Roten Bullen“ können gegen die Adler nichts ausrichten und nach fünf Minuten steht es nach Toren von Alvarez, Fiege und Stark 3-0 für die SGE. Es dauert 11 Minuten bis die Salzburger ihren ersten Torschuss abgeben. 10 Sekunden später sind sie allerdings nur noch zu viert und können keinen weiteren Druck aufbauen. 40 Sekunden später zappelt der Ball aber schon auf der anderen Seite und 17 Sekunden vor Schluss schießt Fiege noch das 5-0.
Dass es beim Niedersachsen Derby zwischen  Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg heiß her gehen würde, war den meisten Besuchern der immer voller werdenden Halle wohl bekannt. Zu Beginn agieren die 96er ohne Torwart und mit fünf Feldspielern, was sie aber nach einer drei minütigen erfolglosen Druckphase aufgeben. Gerbi schießt 50 Sekunden später die Hannoveraner mit 1-0 in Führung. In den nächsten vier Minuten können die Wolfsburger die Partie aber drehen. Kurzdarauf gibt es lange hitzige Diskussionen im Strafraum der Wolfsburger. Zwei Minuten vor Schluss gelingt sogar noch der Ausgleich. 50 Sekunden vor Schluss schießen sich die Wolfsburger dann aber so gut wie ins Viertelfinale. Die Hannoveraner hingegen schlurfen extrem deprimiert und mit hängenden Schultern über das Spielfeld. Das Spiel hat einen Sieger gefunden, der mit etwas mehr Glück auf Seiten der Roten auch H96 geheißen haben könnte.
Als nächstes Spielen dann wieder unsere Nachbarn aus der Nähe von Lüdenscheid. Es geht gegen den FC Kopenhagen. Nach 50 Sekunden geht mein Herz auf: 1-0 für den FC Kopenhagen durch Thomas Delenay, den dänischen U18 Nationalspieler. Zweieinhalb Minuten später gleichen die Zecken aber aus. Zwei Minuten später schießt Hermes die Jungs vom Tiegerentenclub in Führung und drei Minuten später steht es schon 3-1. Zu allem Überfluss handeln sich die Kopenhagener auch noch eine Zeitstrafe ein und Treffen 80 Sekunden vor Schluss nur den Pfosten. „Nichts berauschendes war das“ sagt mein Nebenmann. Beim Ergebnis gebe ich ihm da Recht!

Im nächsten Spiel schlägt unter den Augen des PSV Coaches der SV BW Bilshausen die JFC Roswitha-Stadt mit  2 : 0, das spielerisch überraschend gut ist. Im nächsten Spiel geht es dann um alles oder nichts für Werder Bremen. Gegner ist der FC Basel. Das Spiel nimmt früh an Fahrt auf. Vier Minuten nach Anpfiff kommt es schon zu einer Schubserei auf dem Spielfeld. Der FC Basel kann aber nach 6 Minuten mit 1-0 in Führung gehen. Eine Minute später entscheidet, der ziemlich kleinlich pfeifende Schiedsrichter nach einem Foul im Strafraum auf 9-Meter, den Zengin verwandelt. Immer wieder geraten die Spieler beider Teams in der Folge aneinander und es ist ein Wunder, dass  beide das Spiel komplett beenden. Bei Abpfiff steht es schon fast fest: der Titelverteidiger Werder Bremen kann seinen Titel nicht verteidigen und fliegt in der Zwischenrunde raus. Gestern haben sie spielerisch mit ihrem Offensivfußball überzeugt, heute lief nicht viel zusammen. Im letzten Spiel vor der Pause gewinnt Freiburg gegen Eintracht Frankfurt mit  4-2.


Nach der Pause geht es dann mit einem weiteren Nordderby weiter: VfL Wolfsburg gegen den Hamburger SV. Das Gefühl in meinem Magen will ich nicht näher beschreiben. Es sind noch 15 Minuten bis zum Derby und ich fühle mich so, dass ich eigentlich ins Bett gehören würde. Das Spiel ist tierisch langweilig und zieht nur vor mir her. Richtig viel kann ich nicht aufnehmen. Die Tore fallen in den letzten 61 Sekunden. Zuerst geht der VfL Wolfsburg mit 1-0 durch ein Tor vom Fomitschow in Führung, kassiert aber im gegen Zug den Ausgleich 1 : 1 .
Danach ist mir alles egal, mir ist total übel, aber ich will meine Knappen sehen, die heute in weiß gegen die Mannschaft aus Lüdenscheid-Nord spielen. Auf das provisorische Abklatschen beider Teams, das es bislang vor jedem Spiel gegeben hat, wird verzichtet und auch die Wimpel werden nicht getauscht. Bei den ganzen Derbys jedes Jahr müssten wir ja mittlerweile einen ganzen Karton mit den Dingern irgendwo im Keller der Geschäftsstelle liegen haben. Der BVB hat Anstoß, unsere Jungs verschlafen die erste Minute komplett und schon steht es 1-0 für die Kartoffelkäfer. Zwei Minuten später steht es schon 2-0. Unsere Knappen spielen in der folgenden Zeit nicht schlecht, haben aber wenige Chancen, vergeben zwei hundertprozentige. Die Jungs haben sich wohl ein wenig zu viel bei den Profis abgeschaut, wenn es um die Chancenverwertung geht. So kann man kein Spiel gewinnen. Drei Minuten vor Schluss wird der Torwart ausgewechselt und es wird mit fünf Feldspielern gespielt. Das Glück ist an diesem Tag nicht auf unserer Seite und die Zecken erzielen 20 Sekunden vor Schluss trotz Unterzahl noch das 3-0, was für den S04 die bisher höchste Niederlage in der 10 jährigen Turniergeschichte bedeutet.
Mit gesenktem Kopf verlassen unsere Jungs das Spielfeld. Es tut mir tierisch weh und das Gefühl im meinem Magen wird immer unerträglicher. Wenn wir das zweite Spiel gegen Kopenhagen nicht gewinnen, geht es schon in der Zwischenrunde ab nach Hause. Trotz der Schwächung durch den Wegfall dreier Stammspieler, wäre das doch eine kleine Enttäuschung. Ein gefundenes Fressen für die Zecken auf der Tribüne, die während des gesamten Spiels nichts Besseres zu tun hatte als Schmährufe in Richtung der Schalker Spieler abzusenden. Ein Leben lang keine Schale in der Hand hat die Schalker A-Jugend also, dabei sind wir vor nicht allzu langer Zeit doch A-Jugendmeister geworden. Versteh einer die Lüdenscheider!
Im Spiel danach folgt das Spiel FC Basel gegen den PSV Eindhoven, in dem es um den Einzug ins Viertelfinale geht, mit meinen Gedanken bin ich allerdings in der verbotenen Stadt im Mai 2007. Irgendwie fühlt sich das ganze immer noch falsch an. Was ist an diesem Tag nur passiert? Während ich in Gedanken einer der schmerzlichsten Niederlagen aller Zeiten nachhänge, geht Basel nach zwei Minuten mit 1-0 in Führung. Drei Minuten später folgt der Ausgleich. Sechs Minuten vor Schluss geht der PSV durch ein Tor in Überzahl mit 2-1 in Führung und gewinnt das Spiel schließlich auch. Die Spieler von Werder Bremen verabschieden sich im Anschluss an die Partie vom Publikum. Im Anschluss darauf schießt der inzwischen sehr stark spielende SC Freiburg die Mannschaft von Red Bull Salzburg mit 3 : 1 aus der Halle. Die Salzburger sind damals ebenso wie die Bremer in der Zwischenrunde ausgeschieden. Göttingen 05 und der Bovender SV trennen sich nach einer interessanten Partie 4-4
In der nächsten Partie geht es dann um den Einzug in die Zwischenrunde. Es kann nur einen geben. Wer auch immer das Duell zwischen dem Hamburger SV und Hannover 96 gewinnt, wird weiterkommen, dem Verlierer bleibt nichts anderes übrig als die Heimfahrt anzutreten. Nach 34 Sekunden steht es 1-0 für Hannover. Lange Zeit sieht es so aus als ob sich 96 gegen den HSV durchsetzen könnte, doch 5 Minuten vor Schluss gleicht Hamburg aus und schießt sich mit zwei Toren von Lewerenz in die nächste Runde. Hannover hat gut gekämpft und gerade bei Gerbi ist die Enttäuschung deutlich zu erkennen.
Auch das nächste Spiel ist ein Spiel um alles oder nichts. Die Knappen treffen auf die Mannschaft aus der dänischen Hauptstadt. Julian Jakobs, der mich bislang absolut überzeugt hat, wirkt entschlossen Dennoch können unsere Jungs ihre Chancen nicht nutzen. Es ist wie verhext, der Ball will einfach nicht ins Tor. Vier Minuten vor Schluss erlöst mich Danny Blum, den anschließenden Gegenangriff der Dänen, kann unser Keeper entschärfen und vierzig Sekunden später erhöht Julian Jakobs auf 2-0. Zehn Sekunden später muss das Spiel allerdings unterbrochen werden, da ein Däne Christopher Nas übel getroffen hat und er an der Bande liegen bleibt. Nas muss raus. Die Führung lässt es zu die verbleibenden zwei Minuten locker herunter zu spielen und 21 Sekunden vor Schluss setzt Cedrik Vennemann dem ganzen mit einem Treffer von einem Meter hinter der Mittelline aus, die Krone aus. Auf dieses Spiel können die Jungs stolz sein.
Derweil hatte sich mein Magen beruhigt und ich beschloss die nächsten zwei Spiele zu nutzen um mich ein wenig zu stärken. Als ich mit meinem Einbecker Green Lemon am Bierstand stehe, kommt mir Julian Jakobs entgegen, der wohl für sich und seine Mannschaftskollegen Verpflegung geholt hat (anders könnte ich mir die ca. 12 Laugenstanden beileibe nicht erklären). Während dessen gewinnt Bilshausen 3-2 gegen Göttingen 05, die Baseler verabschieden sich aus der Lokhalle und auch die Hannoveraner verabschieden sich nach dem nächsten Spiel von uns Zuschauern.
Die Viertelfinals stehen somit fest und besonders reizvoll ist es für die Schalker. Es geht wie im letzten Jahr auch schon gegen den PSV Eindhoven, denen die Knappen letztes Jahr im Neunmeterschießen unterlegen sind. Hiernach soll es kleinere Reibereien der Spieler auf dem Feld gegeben haben, weil die PSVler einen dritten Torwart eingesetzt haben, was damals wohl verboten war, habe ich damals in der Zeitung gelesen. Die Schalker verzichteten auf einen Protest und sind doch allen als schlechte Verlierer im Kopf geblieben. Aber was solls, nicht umsonst singen wir ja: „Keiner mag uns! Scheißegal!“
Nach einem Einlagespiel der U8 Mannschaften von Grone und Drammetal, gibt es noch eine Musikeinlage. Jazz (wie ich es hasse). Lieber würde ich den Schalkern beim Aufwärmen zu gucken, aber da scheint die Turnierleitung was gegen zu haben. Stattdessen werde ich fünf Minuten lang mit Jazz gequält. Im Anschluss an die Musikeinlage verabschieden sich noch die Teams von Salzburg und Kopenhagen, die beide schon ausgeschieden sind und jetzt die Heimreise antreten möchten. Ich werde je länger es dauert immer kribbliger. Da stehen die Jungs in ihren Auswärtstrikots und warten auf ein Viertelfinale gegen Eindhoven (in der CL oder im UEFA Cup wäre mir dies dieses Jahr lieber gewesen, aber nach der Hinrunde sollte man auch mit Kleinigkeiten zufrieden sein).
Das Spiel beginnt mit einem leichten Abtasten beider Teams. Die erste sehr gute Gelegenheit entschärft Marcel Jäger souverän. Das Spiel geht hin und her, Schalke ist allerdings etwas druckvoller und weiß es sich gegen die technisch gewandten Spieler des PSV zu behaupten. 6 Minuten 19 Sekunden sind gespielt als David Loheider das Führungstor schießt. Sicherer Rückhalt unseres Spiels ist der Torwart. Die einzige Unkonzentriertheit im gesamten Spiel nutzt PSV Spieler Mokhar 61 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit zum 1-1 Ausgleich.



Nach Ablauf der Uhr, kommt es wieder zu Reibereien zwischen beiden Teams, die Betreuer sind jedoch schnell zur Stelle und entschärfen die Situation. Es ist also genau wie im Vorjahr: Viertelfinale, 9 Meterschießen, Ausschreitungen. Nur diesmal in einer anderen Reihenfolge und hoffentlich einem besseren Ende für den S04. Der PSV beginnt. Marcel Jäger spielt die Spielchen, die Manu in Porto gespielt hat und die ein Jens Lehmann 1997 auch beherrschte. „I keep standing in the middle“ und tatsächlich verzieht der Schütze den Schuss soweit, dass er nicht im Netz landet. „Fängt ja gut an“ denke ich mir. 1. Schütze für die Knappen ist die Nr. 9 David Loheider. Von den Rängen hört man das Pack pfeifen, wie in Porto, wie in Mailand. Keiner mag uns, scheißegal. Loheider ist es total egal. Der Junge verwandelt sicher. Gott sei dank! Der zweite Schütze für den PSV verwandelt, obwohl unser Keeper immer hin die richtige Ecke erkennt und den Ball sicher gehabt hätte, wenn der Schuss nicht so stramm gewesen wäre. Nun liegt es an der Nr. 10 Timo Brauer auf 2-1 zu erhöhen: und tatsächlich, er verwandelt den Strafstoß souverän. Dass es auf Schalke die besten Torhüter gibt und dass die Zecken die gestern hinter mir saßen mit ihrer Anspielung gar nicht mal so falsch lagen, beweist Marcel Jäger beim dritten Neunmeter. Er hält! Der S04 zieht also nach einem rumpligen Start am Freitag und einem überzeugenden Samstag als erstes Team ins Halbfinale ein! Von den Rängen hallen trotzdem Pfiffe, aber was solls.

 

Im nächsten Viertelfinale trifft dann Freiburg auf die Wölfe. In diesem Spiel entscheidet sich auf wen die Knappen im Halbfinale treffen. Nach 80 Sekunden liegt Freiburg durch ein Tor von Erich Sautner 1-0 in Front. Die Latte bewahrt sie Augenblicke später vor dem Ausgleich und der Torschütze verwandelt auch ein zweites Mal. Vier Minuten vor Schluss fällt das 3-0 und ich denke mir der Drops ist gelutscht. Denkste, 8 Sekunden nach dem 3-0 fällt auf der anderen Seite der Anschlusstreffer 3-1 und noch 3 Minuten 30 Sekunden zu spielen. Schwierig aber nicht unmöglich. 90 Sekunden später ist es dann fast soweit, die Wölfe müssen aber bis 13 Sekunden vor Schluss warten bis das 3-2 gelingt. SC Freiburg heißt also der Gegner des S04 im Halbfinale.  Im dritten Halbfinale spielen die Hamburger gegen die Eintracht aus Frankfurt. Nach 70 Sekunden steht es 1-0 für den HSV. Ein Tor, dass zu 100% auf die Kappe des Torwarts geht, da er den Schuss sicher hat, ihm der Ball dann aber noch durch die Beine rutscht. In der Folge haben die Frankfurter noch unzählige Chancen das Spiel zu drehen, erweisen sich aber als unfähig diese zu nutzen. Der Ausgleich bleibt ihnen auch bei ihrer letzten Großchance vierzehn Sekunden vor Schluss verwehrt. Das letzte Viertelfinale ist ein schlechter Witz. Die Zecken dürfen sich mit dem Übergegner Blau Weiß Bilshausen messen. Mit Details zu diesem Spiel verschone ich euch lieber und nenne nur das Endergebnis. Ein 6-1 für die Zecken.
In der Pause, die auf die Halbfinals folgt, verabschieden sich dann noch die Teams aus Wolfsburg, Frankfurt, Eindhoven und Bilshausen brav von den Zuschauern.
Der Nigel Hasselbaink wird zum wertvollsten Spieler des Turniers ausgezeichnet und ich muss sagen, ich wäre richtig glücklich einen Spieler wie diesen in unseren Reihen zu wissen. Er erinnert mich extrem an Jefferson Farfan, was Spielweise und Verhalten betrifft.
Im Halbfinale spielt Schalke nun mit Lars Unnerstall im Tor. Lange Zeit ist es ein sehr ausgeglichenes Spiel. Die Chancen hat der S04, zum Abschluss fehlt das Glück –wie so oft diese Saison. Loheider, Bajric, Jakobs und Co. geben alles, doch der Ball will einfach nicht ins Tor. Die Uhr steht auf 5.00 als Endres die Freiburger mit 1-0 in Führung bringt. Der S04 scheidet im Halbfinale unglücklich aus. Die Jungs haben gekämpft, aber es fehlte das Glück. An einem anderen Tag, wäre es vermutlich anders gelaufen, doch ihr könnt trotzdem stolz auf euch und eure Leistung sein. Vielleicht lag es ja auch an Mirko Slomka, der auf seinem Platz in der Loge, einfach zu nah an eurem Tor war! Wer weiß *zwinker*?
Was im zweiten Halbfinale geschah war allerdings fast noch erstaunlicher. Nach 104 Sekunden liegen die Zecken 1-0 hinten und tun fortan nichts mehr um dies noch zu ändern. Gut, ihr Torwart kassiert 52 Sekunden vor Schluss rot, weil er den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand aufnimmt, aber ihre Spielweise wirkt so als wären sie auf ein weiteres Derby aus und dafür müssen sie nun mal verlieren. Und so kommt was kommen muss. Das Spiel um den 3. Platz heißt Schalke 04 gegen Borussia Dortmund.
Auch hier lassen sich wieder Parallelen zu Partien im Profi Fußball sehen. Es ist eine Minute gespielt als der Schiri den Zecken einen Strafstoß schenkt. Ich könnte ausrasten. Blacha verwandelt. 90 Sekunden später gleicht Danny Blum aber aus. Marcel Jäger sucht in der Manier eines Manuel Neuers, der hier 2004 4 Tore schoss, selbst den Torabschluss, verpasst das Gehäuse seines Gegenübers aber nur knapp. Kurzdarauf liegen die Zecken wieder vorne, wenn doch einer diesen Blacha einfach mal umbolzen könnte! Fabian Gombarek schießt dann zwar noch den Ausgleich, doch 28 Sekunden später ist die S04 Abwehr für einen kurzen Moment nichts weiter als ein Haufe und es steht 3-2 für die schwarz-gelben. Bei den nächsten Chancen fehlt unseren Jungs einfach das Glück. Wie schon im Halbfinale hätten sie das Spiel an einem anderen Tag wahrscheinlich gewonnen, doch so bleibt nur anzuerkennen, dass die Zecken eigentlich das bessere Turnier gespielt haben. Vom Spiel gegen die Bauern, dem Spiel gegen Köln, der Wagner-Oper, der kläglichen Chancenverwertung in Stuttgart und gegen Bielefeld konnte man alles in den Spielen der U19 wiedererkennen. Doch eins haben unsere Junioren öfter gezeigt als die Profis: dass sie nach einer Niederlage zurückkommen können. Eins blieb jedoch wie in der Hinrunde: in den entscheidenden Momenten fehlte uns das Glück.  Auf eine erfolgreiche Rückrunde im Jahr 2004+5!
Das Finale gewinnt im übrigen der SC Freiburg mit 2-1.



 

13.1.09 21:56, kommentieren